Mieterbeirat feiert 25-Jähriges

Otto-Brenner-Siedlung: Eine Nachbarschaft mit Vorzeige-Charakter

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Vorsitzende Sybille Genzmehr spricht beim Empfang im Kaisersaal.

Sossenheim (red) – Sie kümmern sich um mietrechtliche Beratung, vermitteln bei Problemen in der Nachbarschaft oder mit dem Vermieter, sie stellen Kinder- und Sommerfeste auf die Beine, haben einen Jugendbeirat ins Leben gerufen, schmücken im Advent die Siedlung und laden die Senioren zum Weihnachtskaffee ein.

Seit einem Vierteljahrhundert machen die Frauen und Männer des Mieterbeirats Otto-Brenner-Siedlung 1-15 aus ihrem Quartier in Sossenheim eines, auf dessen Miteinander und Zusammenhalt sich neidisch werden ließe. Dank dieses Engagements wurde das Quartier zu einem, das Oberbürgermeister Peter Feldmann seinen Amtskollegen aus dem Umland gern präsentieren würde: „Wenn ich höre, wie groß die Angst vor neuem Bauland, vor neuen Siedlungen ist, würde ich so manchen meiner Kollegen am liebsten mitnehmen in die Otto-Brenner-Siedlung“, sagte Feldmann jüngst im Kaisersaal, wo anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Mieterbeirats ein Empfang stattfand. „Denn dort würde er erleben, was gute Nachbarschaft ist: Einmal im Jahr unternehmen die Mieter einen gemeinsamen Ausflug, dank des Beirats gibt es in der Otto-Brenner-Straße neue Tischtennisplatten, Spielgeräte, einen Bolzplatz, stabile Sitzbänke und Papierkörbe, einen Sperrpoller zum Innenhof, der für die Sicherheit der dort spielenden Kinder sorgt und gleichzeitig für Lärmschutz. Die Ehrenamtlichen pflegen Kontakte zu Jugendeinrichtungen und Kommunalpolitikern und lotsen seit Jahren das Orientierungsmobil, das Berufsberatung für Jugendliche anbietet, in die Siedlung.“

Dies alles steht für ein ausgesprochen starkes Miteinander in der Nachbarschaft. Doch besonders beeindruckt war Feldmann von der Aktion gegen den Verkauf der Nassauischen Heimstätte (NH) im Jahr 2012. Damals hatte der Mieterbeirat Otto-Brenner-Siedlung sich intensiv an der Protestaktion gegen die Veräußerung beteiligt und war dabei, als im Hessischen Landtag eine entsprechende Petition übergeben wurde. Mit Erfolg.

„Als der Verkauf der NH drohte, haben Sie nicht den Kopf in den Sand gesteckt. Nein, Sie sind aktiv geworden, haben Unterschriften gesammelt, die Presse eingespannt, Politikern Beine gemacht. Das imponiert mir“, stellte Feldmann fest. „Wohnungen sind keine Spekulations- und Renditeobjekte, keine Spielmasse. Sie sind das Zuhause von Menschen!“

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