Stefan Küchler ins Amt als Propsteikantor eingeführt

Orgelspiel und Organisation

Stefan Küchler an der Kirchenorgel. Foto: Rolf Oeser/p

Unterliederbach (red) – Stefan Küchler, graues Sakko, dunkler Rolli, lehnt sich zurück. Entspannt und zugleich neugierig schaut der 47-Jährige sein Gegenüber an. Beides bestimmt hilfreich für seinen neuen Job: Propsteikantor für Rhein-Main Ost.

Übersetzt in den Arbeitsalltag heißt das im Kalender stehen: Orgelspiel und Chorproben, Konzertauftritte und Gremiensitzungen. Einzelgespräche mit den hiesigen hauptamtlichen Kirchenmusikern, aber auch mit den Ehrenamtlichen.

Küchlers Aufgabenbereich deckt sich mit dem Evangelischen Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach. Seine Aufgabe ist es, die hauptberuflichen Kirchenmusiker zu begleiten. Zum anderen sorgt Küchler für den Informationsfluss zwischen Landeskirche und den Kirchenmusikern in seiner Region. Dazu beruft er regelmäßig Konferenzen der hauptberuflichen Kirchenmusiker ein. Ursula Schoen, zuständige Prodekanin für den Bereich Kirchenmusik freut sich über seinen Dienstantritt: „Mit Stefan Küchler haben wir einen engagierten und erfahrenen Musiker für das Stadtdekanat gewonnen. In seinen Händen werden in Zukunft viele Fäden zusammenlaufen.“

Der A-Kirchenmusiker, gebürtig in Frankfurt und nun dienstlich zurückgekehrt, sagt: „Ich bin das Nebeneinander von musikalischer Praxis und Gremienarbeit gewohnt.“ 20 Jahre hat er in Mörfelden-Walldorf gewirkt. Hat dort Kantorei und Gospelchor, Posaunenchor und Blechbläserensemble geleitet.

Küchler, der in den Neunzigern an der Frankfurter Hochschule für Musik und darstellende Kunst studierte, fand trotz des dichten Programms in Mörfelden-Walldorf auch Zeit für anderes: Für ein berufsbegleitendes Studium „Interpretation der Chormusik“ an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin mit Masterabschluss und für die Mitarbeit in verschiedenen Gremien. Bei „Jugend musiziert“ hat er sich engagiert, seit 2013 ist er Vorsitzender des Verbands der evangelischen Kirchenmusiker in Hessen und Nassau. 2018 wurde er Mitglied im „Ständigen Ausschuss Kultur“ beim Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT). 2021 wird es in Frankfurt einen Ökumenischen Deutschen Kirchentag geben, Küchler freut sich schon drauf.

Der neue Propsteikantor ist keiner, der gleich auf den Tisch knallt, „das und das werde ich machen“: Der Vater von drei Kindern, der übers Klavierspiel zur Orgel kam, kann zuhören, ist jemand, der Fühler ausstreckt, über mögliche Kooperationen nachsinnt und Kontakte knüpft. Aber das Netz muss gemeinsam gewebt und gehalten werden. Im November 2019 wechselte Küchler nach Frankfurt. „Ich bin schon gut angekommen hier und habe trotz Weihnachtszeit eine Reihe von Gesprächen geführt.“

Aber nicht nur Gespräche gab es, auch Proben. Zu Weihnachten hatte Küchler mit der Kantorei Unterliederbach und Höchst, die er von seinem Vorgänger als Propsteikantor Hartmut Keding übernommen hat, erste Auftritte unter seinem Dirigat. Zwei Dienstsitze hat Küchler, in Unterliederbach und im Dominikanerkloster, wo die Verwaltung des evangelischen Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach ansässig ist. Dort erledigt er nicht nur Verwaltungsarbeiten, sondern entwirft auch Konzepte in Sachen Nachwuchsförderung und Werbung für das Stadtdekanat.

Wohnen geblieben ist Küchler mit seiner Familie in Mörfelden. Seine Frau arbeitet in der Industrie, die Kinder, 20, 18 und 15 Jahre alt, gehen in die Schule, die Älteste hat ein Zahnmedizinstudium begonnen. Auch hier weiß Küchler um die Bedeutung von Netzwerken. „Ich wollte sie mit meinem Jobwechsel nicht rausreißen“. Dass seine Frau im Chor singt, freut ihn, alle drei Kinder spielen Instrumente.

Am vergangenen Sonntag ist Küchler nun von Propst Oliver Albrecht in der evangelischen Stephanuskirche in Höchst mit einem Gottesdienst offiziell in sein Amt eingeführt worden.

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