Schöne Klänge an allen Ecken

Neunte Musiknacht zieht viele Besucher an

+
Ganz schön was los: Ismael Seck spielt am S-Bahnhof bei der neunten Musiknacht in Rödelheim.

Rödelheim (jf) – Von überall her war Musik zu hören bei der neunten Musiknacht in Rödelheim. Das war schon etwas Besonderes: 61 Konzerte an 35 Orten.

Von Chorgesang über Jazz, Rock, Folk, Punk bis hin zur Klassik, zur Musik von DJs und zur Filmmusik, die den Buster Keaton-Stummfilm „Three Ages“ (Drei Zeitalter) begleitete. Die Organisatoren und federführend das Quartiersmanagement hatten alles wochenlang vorbereitet. Der Stadtplan mit den Spielorten war auch für Nicht-Rödelheimer eine prima Orientierungshilfe im Programm, das in die Jackentasche passte. Gleich im Zentrum am S-Bahnhof drängten sich die Menschen um Ismael Seck an der Djembe und seinen trommelnden „Sound of Africa“. Ein Stückchen weiter, auf der Terrasse der Eurobar Gelateria, interpretierte Orazio D. italienische Musik zum Mitsingen und Zuhören.

Im Garten des Musikers Jürgen Salerno im Breidensteiner Weg versammelten sich seine Schüler und rockten mit ihm am Lagerfeuer – richtig gute Musik gab es da auf die Ohren. So, wie eigentlich überall an den 35 Aufführungsorten.

Wer eher auf Klassik stand, kam beispielsweise in der Cyriakuskirche auf seine Kosten: Das Kammerensemble Radilo mit Nicole Basadre an der Flöte, Gertrud Kohler am Cello und Heidrun Molge an der Oboe überzeugte die Zuhörer. Erheblich lauter ging es im Solmspark zu, dort spielten Gosolow. Der Rasen wurde dabei manchmal zur Tanzfläche. Auf Rollschuhen tanzen konnten die Besucher auf der Rollerbahn im Brentanopark zur Musik von DJs. Zu später Stunde gab es dann noch die Filmvorführung mit Musik auf der Kinoorgel, gespielt von Sven Wortmann.

Eine Besuchergruppe aus dem benachbarten Praunheim war mit dem Fahrrad herüber gekommen. „Zum fünften oder sechsten Mal besuche ich die Rödelheimer Musiknacht. Alles ist wunderbar ungezwungen, die Leute sind friedlich und freundlich. Die Gruppe ‚Aftershave’ in der Cyriacuskirche hat mir gut gefallen“, sagte eine der Besucherinnen.

Ihre Freundin schloss sich an: „Für mich ist es das zweite Mal, dass ich zur Musiknacht komme. Ich mag die Vielseitigkeit musikalischer Stile, die gute Stimmung. Das Wetter spielt ebenfalls mit, und alles ist kostenlos. Das ist schon toll. Außerdem bekommt man Dinge zu sehen und zu hören, auf die man sonst vielleicht nicht aufmerksam wird.“ Auch ihr Begleiter freut sich: „Ich finde die Idee schön, die Veranstaltungen sind umsonst, das Meiste findet draußen statt. Man trifft sogar die Nachbarn hier“, sagte er und lachte.

Die drei sind mit Brot, Käse, Wurst, Rotwein und Wasser gut gerüstet für die Nacht. Die um 22 Uhr ein konkretes Ende hatte – auch das wird von den Besuchern geschätzt. Dann ist nur noch Sven Wortmann auf der Rollerbahn an der Orgel zu hören – aber diese Location liegt ja auch etwas außerhalb der Wohnviertel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare