HFG-Künstler verkaufen im Altstadt-Shop

Neues in der Porzellan-Manufaktur

Ein erfolgreiches Team: Die jungen Künstler und die Projektleiter der Höchster Porzellan-Manufaktur 1746. Archivfoto: p

Höchst/Altstadt (red) – Ein Jahr lang haben neun Studierende aus den Fachbereichen Kunst und Design der Hochschule für Gestaltung (HFG) Offenbach Porzellane für die Höchster Porzellan-Manufaktur 1746 konzipiert und produziert.

Betreut wurde das Projekt hochschulseitig von Merja Herzog-Hellstén, Leiterin des „Labor Kunst“. Seitens der Porzellan-Manufaktur war der künstlerische Leiter Mario Effenberger für die Kooperation federführend sowie der Meister-Porzellangestalter Steffen Taubhorn, der für das Projekt in allen produktionstechnischen Fragen bis hin zur Ausstellungseröffnung als Koordinator verantwortlich zeichnete.

Die Studierenden Inkeri Aaltio, Felicithas Arndt, Rosalina Brenner, Diane Häfner, Julia Huisken, Franziska Kronmüller, Mary Manalo, Simon Martin und Petra Metzner haben ungewöhnliche, sinnliche und organische Porzellane entwickelt. Die Arbeiten der jungen Gestalter knüpfen an die Tradition der Höchster Porzellan-Manufaktur an und gehen zugleich neue Wege. Es zählt weniger der Knall-Effekt als vielmehr der behutsame und vorsichtige Umgang mit dem „Werkstoff Porzellan“. Dieser wird, sei es auf der Außen- oder der Innenseite, unglasiert präsentiert.

An den Arbeiten finden sich zahlreiche Anknüpfungen an Naturformen wie Muscheln, Korallen oder Meereshorizonte. Durch zarte Kobaltmalerei, die den Fokus auf die individuelle Gestaltung legt, wird diese Naturverbundenheit noch unterstrichen.

Auch an Humor mangelt es nicht, etwa bei einer Kanne, die gleichzeitig zwei Schnapsgläser befüllen kann. Wichtig ist den Gestaltern, dass die entwickelten Objekte nicht allein für sich und den primären Gebrauch stehen, sondern je auf eine besondere Bedeutung verweisen, die sich im zwischenmenschlichen oder gesellschaftlichen Bereich bewegt. Kommunikation, Demut und Respekt vor der Natur: Das ist ihnen wichtig.

Die Ergebnisse der Kooperation zeigen einen Weg auf für neue, zeitgemäße Porzellane. „Ursprünglich wollten wir uns in der Zusammenarbeit mit den jungen Gestaltern auf die Auseinandersetzung mit der Porzellanmalerei konzentrieren“, sagt Effenberger. Doch rasch habe sich gezeigt, dass die Studierenden experimentierfreudig seien, die Kooperation ganzheitlicher verstanden haben und die Grenzen der Porzellanherstellung ausloten wollten.

„Bei der Konzeption fokussierten sie sich auf skulpturale und gebrauchskeramische Formen“, erklärt Herzog-Hellstén. Die Ergebnisse sind so hochwertig, dass ein Teil der ausgestellten Porzellane sogar in das offizielle Verkaufsprogramm der Höchster Porzellan-Manufaktur aufgenommen werden könnte. Definitiv verkauft wird das geschaffene Porzellan aber im HPM (Höchster Porzellan Manufaktur 1746 Concept) Store in der Neuen Altstadt, wo es am vergangenen Donnerstag präsentiert wurde.

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