Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum: Patenschaften sorgen für Ordnung

Mobile Bänke als Konfliktlöser

Eine mobile Bank wird in Höchst genutzt. Foto: Stefan Krutsch/Stadt Frankfurt/p

Höchst (red) – Eine Einkaufspause auf mobilen Bänken können ab sofort Bürger in Höchst einlegen. Das Stadtplanungsamt und das Stadtteilmanagement der Projekt-Stadt haben nun die ersten drei Exemplare ihren Paten übergeben.

Denn: Über Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum wird in vielen Städten und Stadtteilen diskutiert. Fehlen Bänke, vermissen Familien mit kleinen Kindern oder ältere Bürger eine Möglichkeit zum Verweilen beim Einkaufen oder Spazieren. Sind Bänke vorhanden, werden sie oft auch nachts genutzt, es besteht Gefahr, dass sie sich zum Treffpunkt von Ruhestörern entwickeln.

So wurde in Höchst diskutiert – besonders über Sitzbänke in der Fußgängerzone Königsteiner Straße und in den angrenzenden Geschäftsstraßen wie der Hostatostraße. Das Stadtplanungsamt und das Stadtteilmanagement nahm sich daher mit dem Förderprogramm „Innenstadt Höchst“ des Themas an. Als Ergebnis einer Konfliktmoderation, an der etwa die Höchster Senioren-Initiative, Anwohner und Geschäftsleute teilnahmen, wurden zunächst die „bunten Bänke“ konzipiert. Für diese entwickelte das in Höchst ansässige Büro für Typografie und Gestaltung ffj ein spezielles Design. Mit auf die Bank geklebten, humorvollen Sprüchen wird dabei um Rücksichtnahme gebeten.

Zusätzlich wurde vereinbart, gemeinsam mit Impulsgebern und Unterstützern vor Ort noch ein weiteres Angebot zu verwirklichen. „Es gab den Wunsch nach mobilen Bänken, die das Ausruhen und Verweilen von Passanten in den Tagesstunden ermöglichen, die aber in den Nachtstunden nicht genutzt werden können und so nicht zu Belästigungen durch Lärm führen“, sagt Jürgen Schmitt vom Stadtteilmanagement.

Doch wo sollten die Bänke nachts gelagert werden? In einem Workshop kam die Idee auf, Gewerbetreibende der Einkaufsstraßen für eine Patenschaft zu gewinnen. „Die Bänke sollten tagsüber für alle nutzbar vor den Geschäften der Paten stehen und nach Ladenschluss in das Geschäft gebracht und dort gelagert werden“, erklärt Schmitt. Bei der Entwicklung der Bänke konnten das Stadtplanungsamt und das Stadtteilmanagement von der lokalen Kreativszene profitieren: Das Design- und Möbelatelier „keinStil.“ aus Höchst hatte bereits Ideen gesammelt. Diese wurden zum Prototyp der „urban-k“ weiterentwickelt. „Die Bank kann wie eine Sackkarre bewegt werden. Das ermöglicht ein schnelles und flexibles Aufstellen. Nachts wird sie platzsparend im Geschäft gelagert. Gleichzeitig fungiert sie als Aufsteller, der von den Paten für Werbung genutzt werden kann“, so Theo Voss vom Atelier. Ein Prototyp wurde im Dezember auf dem Designparcours vorgestellt. Die Einweihung, für März geplant, musste wegen Corona verschoben werden. Nun hat Stadtrat Mike Josef aber die ersten drei Bänke eingeweiht. Die Mittel dafür stammen aus dem Förderprogramm „Innenstadt-Höchst“. Die Bänke gehören der Stadt und werden an die Paten verliehen. Zu den Geschäftszeiten stehen die Bänke jetzt in der Königsteiner, der Hostato- und der Bolongarostraße.

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