Künstler in Höchst ausgezeichnet

Kreativ für den Designparcours

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Die Gewinnerinnen des dritten Platzes beim Höchster Designparcours: Sabine Henry (links) von Cocon.Design aus Oberursel und Antje Parra Mora von Trendgeschick aus Frankfurt.

Höchst (zlu) – Vorurteile gegen Kreative gibt es reichlich, viele davon sicherlich ungerechtfertigt.

Als ein weitverbreitetes Phänomen darf an dieser Stelle aber gewiss die permanente Zeitverknappung angeführt werden, von der sich viele Künstler aus ganz unterschiedlichen Gründen betroffen sehen, und die nicht selten zu Versäumnissen aller Art führen kann. Dass auch diese Spezies Mensch ebenfalls durchaus erfolgreich an ihrer Sache arbeitet, bewies auch wieder einmal der Höchster Designparcours aufs Neue, der vergangenes Wochenende zusammen mit der Kreativ-Messe nun bereits zum 14. Mal stattfand.

Rund 60 Künstler, Designer, Modelabels und Kunsthandwerker stellten über zwei Tage ihre Kreationen in 20 meist leer stehenden Büro- und Ladenflächen in der Innenstadt aus und machten die Farbenstadt auch dieses Jahr wieder zum Hotspot der regionalen Kreativszene.

Als besonderes Highlight sollte am Samstagabend dann, in den Räumen des ehemaligen Bettenhauses Rühl in der Albanusstrasse 34, der mit insgesamt 1500 Euro dotierte Höchster Designpreis an die drei Gewinner verliehen werden.

In seiner vorangehenden Rede bedankte sich Stadtrat Mike Josef bei allen Mitwirkenden, stellte die Jury vor, die sich aus Ulf Kilian, Künstler und Vorsitzender des deutschen Werkbunds Hessen, der Künstlerin und Illustratorin Nadine Kolodziey sowie Kim Schüssler, dem Preisträger des vergangenen Jahres zusammensetzte. Stadtteilmanagerin Susanne Radmann moderierte und begleitete die Jury tatkräftig.

Die Besucher fieberten erwartungsvoll den Gesichtern der stolzen Gewinner entgegen, doch dies leider vergebens: Lediglich Sabine Henry von Cocon.Design aus Oberursel mit Antje Parra Mora von Trendgeschick aus Frankfurt, die für den dritten Platz nominiert waren und insgesamt mit 300 Euro nach Hause gehen durften, glänzten durch ihre Anwesenheit.

Ob die Gewinner der ersten beiden Plätze nun vor lauter Schöpferkraft die Zeit oder gar die eigene Nominierung vergessen hatten oder einfach nur vor Erschöpfung vom vielen Erschaffen die Anreise zur Preisverleihung nicht mehr auf sich nehmen konnten, blieb unklar. Die Veranstalter nahmen es notgedrungen mit Humor und im Anschluss konnte sich die verdutzten Besucher in aller Ruhe überlegen, welches Klischee sie in diesem besonderen Fall heranziehen wollten.

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