150 und kein bisschen müde

Katholische Schulseelsorge Höchst führt wieder „Einfach Klasse“ durch

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Bei einer Gemeinschaftsübung lernen sich die Schüler der einzelnen Klassen besser kennen und verstehen.

Höchst (red) – Dass daraus so ein Dauerbrenner werden würde, daran hat er nie gedacht: Clemens Weißenberger, Leiter der Katholischen Schulseelsorge Höchst, berichtet, dass er vor 16 Jahren die Anfrage einer Kollegin der Leibnizschule Höchst bekam.

Sie wäre jetzt neu als Klassenleitung und hätte auch eine Klassenleiterstunde. Da gäbe es so viel zu organisieren, sie könne die Stunde nicht nutzen, um die Kinder kennenzulernen oder etwas für die Klassengemeinschaft zu tun. Gerne nahm Weißenberger die Anfrage auf und arbeitete ein Programm für einen Kurztrip aus. Weißenberger bot dabei an, dass die Klassenleitung teilnehmen könne, aber bei den Programmpunkten als teilnehmende Beobachterin fungieren könne, um einen neuen Blick auf die Klasse zu bekommen. Das ist bis heute Kennzeichen und Struktur der Veranstaltung „Einfach Klasse“.

Und auch das Ziel der Fahrt war immer dasselbe: In der Begegnungsstätte des Bistums Limburg, dem Karlsheim Kirchähr, finden seit 2003 5000 Schüler die Möglichkeit – abseits vom Schulalltag – sich und ihre Klasse genauer in den Blick zu nehmen. Aber auch in Frankfurt fanden schon Veranstaltungen an einzelnen Tagen statt, sodass sich als gut erwies, dass sich Zeit und Inhalt immer nach den Bedürfnissen richten.

Noch im selben Schuljahr nahmen an der ersten Schule zwei weitere Klassen die Möglichkeit wahr, „Einfach klasse“ zu machen, im darauffolgenden Jahr waren es alle Klassen der Jahrgansstufe fünf und schon im nächsten Jahr nahm die Schule die Fahrt in ihr Schulprogramm auf und veranstaltete diese regelmäßig. Die Helene-Lange-Schule, die Ludwig- Erhard-Schule, die Walter-Kolb-Schule, das Friedrich-Dessauer-Gymnasium und die Robert-Koch Schule nehmen ebenso regelmäßig die Möglichkeit wahr, einmal den Unterricht zu unterbrechen und die Klasse von innen und außen zu betrachten.

Nach und nach kamen zusätzlich nebenamtliche Mitarbeiter dazu. Aktuell sind 15 Leitungen aktiv für das Projekt. Das alles kann dazu beitragen, die Klassensituation zu verbessern, und so erinnern sich Generationen von Schülern an die Fahrt. Der elfjährige Silvan sagte nach der diesjährigen, 150. Fahrt: „Ich fand das Programm sehr toll. Jetzt kann ich noch nicht sagen, ob es für unsere Klasse etwas geholfen hat. Aber ich hoffe es. Ich fand es nämlich toll, wie wir mit unseren Betreuern unsere Probleme besprechen konnten.“

Nach der Fahrt wurden Schüler befragt, was sie bei der Fahrt gelernt haben. Zeynep (zehn Jahre): „Wir können uns jetzt nach der Fahrt mit allen in der Klasse unterhalten. Erst gab es einige, die haben sich gar nicht gemocht. Aber durch die Fahrt wurde es immer besser, weil wir gelernt haben, wie wir miteinander umgehen können oder uns gegenseitig helfen.“ Tabea (elf Jahre): „Ich kann sogar mit den Jungs aus meiner Klasse reden und spielen. Jungs sind auch nur Menschen und spielen auch nicht anders als wir Mädchen.“ Positive Ergebnisse, die sich hoffentlich positiv auf das Klassen- und Schulklima auswirken.

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