In der Jahrhunderthalle warben am Samstag 49 Arbeitgeber für sich und ihre Branche

Karrierepläne fassen auf der Jobmesse

Auch die Polizei informierte am Samstag über Karrieremöglichkeiten, zusammen mit dem Zoll und der Bundeswehr. Foto: Beck

Unterliederbach (zbs) – Das Wetter diesen Samstag war fantastisch. Doch über den strahlend blauen Himmel und die T-Shirt-Temperaturen freute sich leider nicht jeder gleichermaßen.

Holger Frenzel etwa, Projektleiter der HR Business GmbH aus Dresden, hätte ruhig noch einen wolkigen Tag mehr gebrauchen können, bevor der Frühling aus allen Ecken herausbrach.

Die Zahl von 2800 Besuchern auf seiner Messe im Oktober vergangenen Jahres war auf diese Weise schwer zu toppen. Dennoch füllten sich die Säle in der Jahrhunderthalle erneut und überwiegend interessierte, junge Menschen kamen, um sich bei der Jobmesse über verschiedenste Ausbildungswege und Karrieremöglichkeiten zu informieren.

Denn die deutsche Wirtschaft brummt: Was das konkret für den Arbeitsmarkt bedeutet, erklärt Frenzel so: „Mehr Jobs öffnen sich und die Arbeitslosenquote ist so gering, wie seit Jahrzehnten nicht. Jetzt müssen sich die Arbeitgeber beim Arbeitnehmer bewerben und nicht andersherum.”

Seit Jahren gibt es deswegen immer größere und immer mehr Veranstaltungen wie diese, bei denen Aussteller von einer bestimmten Firma oder einem Konzern einen Stand mieten, um noch orientierungslosen oder nach einer Karriere strebenden Personen, oft Schülern, Angebote zu machen. Den günstigsten Stand gibt es für 840 Euro, er beinhaltet sechs Quadratmeter Fläche.

Für sechs Stunden, von zehn bis 16 Uhr hatten die 50 Aussteller dann Zeit, Fragen zu beantworten und eventuell neue Angestellte zu finden. Es gab aber auch Branchen, die lediglich informierten und nicht nach Azubis oder Studenten suchten, so wie Psychologen oder Hausärzte.

Auf die Frage, wieso er bereit sei, das Geld für einen Stand zu zahlen, sagt etwa Daniel Strauch von der Firma Metatop: „Auf solche Messen kommen eben Menschen, die unbedingt einen Job wollen. Da ist die Wahrscheinlichkeit, neue Angestellte zu finden, viel höher, als wenn wir irgendwelche Kampagnen im Netz oder so starten würden.”

Das Konzept scheint also zu funktionieren: Sowohl Aussteller, als auch Jobsuchende profitieren und dank der Mietpreise für die Stände, kann der Eintritt auch kostenfrei bleiben.

Für kleine Handwerksbetriebe aus der Nachbarschaft aber sind rund 1000 Euro eine viel höhere Investition als für Großbetriebe oder die Bundeswehr, die quasi als Stammgast immer vertreten ist. So können Handwerker faktisch kaum mithalten beim Werben, obwohl sie diese Werbung dringend bräuchten.

Die Messe war gut für jeden Jugendlichen, der am Wochenende eine Karrieremöglichkeit oder ein Interessensgebiet für sich entdeckt hat, für die er Leidenschaft aufbringen kann. Nun bleibt aber zu hoffen, dass auch auf die Berufsmessen der Handwerker und lokalen Betriebe, die nicht genug Geld für große Kampagnen haben, genauso viele Menschen kommen, um sich nach Interessensgebieten und Karrierechancen zu informieren.

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