Comedy-Show begeistert bei der Stage Drive Kulturbühne

Faisal Kawusi ist das Highlight bei Nightwash

Auf der großen Bühne steht der Moderator des Abends, Cüneyt Akan. Seine Gäste sitzen teils in, auf oder neben ihren Autos und verfolgen das Spektakel auch über die zwei großen LED-Bildschirme.
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Auf der großen Bühne steht der Moderator des Abends, Cüneyt Akan. Seine Gäste sitzen teils in, auf oder neben ihren Autos und verfolgen das Spektakel auch über die zwei großen LED-Bildschirme.

Unterliederbach – Ein Moderator, fünf Comedians und viele Gags im Gepäck: Das ist das Konzept der Comedy-Show Nightwash. Darauf durften sich am Sonntag die Frankfurter bei der Stage Drive Kulturbühne neben der Jahrhunderthalle freuen. Spontan hatte sogar ein besonders beliebter Comedian zugesagt. Von Katrin Greschner

Autoradios eingestellt, Verpflegung gesichert. Moderator Cüneyt Akan begrüßt seinen ersten Gast Nikita Miller. Der berichtet über seine Kindheit mit dem Videospiel „Zelda“ und zufällige Begegnungen mit Drogenbossen. Ihm folgt Lukas Wandke. „Bei Frauen wird die Stimme immer höher, wenn sie lustige Geschichten erzählen“, fällt ihm auf. „Was fressen die? EKG-Geräte?“ Dann nimmt er seine Zuschauer mit zu einem typischen Karneval-Abend in Köln. Er kritisiert Tequila: „Wie schlecht muss ein Getränk sein, wenn das Highlight die Zitrone ist?“ Plötzlich verirrt sich eine Taube auf die Bühne. „Ich krieg sie!“, schreit Wandke. 

Dieser Vogel ist wieder frei und schon betritt das „Küken des Abends“ die Bühne: Die 20-jährige Maria Clara Groppler. Die einzige Dame in der Runde nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie berichtet über „Dick-Pics“, Tinder und darüber, dass sie als Hipster-Mutter nicht stillen wollen würde: „Das ist nämlich nicht vegan!“

Phil Laude übergibt Mikro an lokale Comedy-Größe

Viele kennen ihn von der Parodie-Youtube-Gruppe „Y-Titti“: Phil Laude ist in Frankfurt aber alleine auf der Bühne und lässt sich über Deutsch-Rap(per) und die schlechte Synchronisation von englischen Serien wie „Game of Thrones“ aus. Das Publikum ist begeistert.

Doch wie so oft kommt das Beste meist zum Schluss. Und da ist er: Faisal Kawusi. Der rundliche Afghane aus Mörfelden-Walldorf, der durch die Show bekannt geworden ist, stürmt auf die Bühne. Er wird von einem Hupkonzert begrüßt. Der 28-Jährige fühlt sich zu alt für Clubs: „Kennt ihr das, wenn ihr versucht unauffällig zu gähnen? Dann sieht man aus, als hätte man einen Schlaganfall.“ Außerdem ist ihm aufgefallen, dass sich Deutsche oft wehren, indem sie das Wort „Hallo“ in unterschiedlichen Tonlagen aussprechen. In Spanien würde das wohl nicht so gut klappen. Bei „Hola“ würde es sogar so klingen, als würde es ihnen gefallen. 

Situationskomik pur mit dem "Kanaken"

Zwischendurch steigt ein junger Mann aus seinem Auto und läuft davon. „Würdest du bitte deine Maske aufsetzen? Du gefährdest unser aller Leben“, schreit Kawusi von der Bühne. Spontane Situationskomik pur! Der, wie er sich selbst nennt, „Kanake“ spricht länger als seine Vorgänger. Doch das ist ihm egal: „Ich mach länger. Was wollen die machen? Mich wegtragen?“ Kawusi lacht und blickt auf seine Plauze.

 Zum Abschluss hat er noch ein Lied vorbereitet. Denn er könne nun auch Klavier spielen, berichtet er stolz. Gespannt blicken die Zuschauer auf die Bühne. „Dieses Lied widme ich meiner Ex-Freundin.“ Kawusi spielt fünf Sekunden Beethovens „Für Elise“ an, schreit „Nutteee“ und sagt dann trocken „Das war’s“. Doch nur für diesen Abend! Denn bei der Stage Drive Kulturbühne geht es weiter: Freitag rocken die Rodgau Monotones. Am 30. Juni gibt es die beliebten Hits von Culcha Candela zu hören, bevor FFH die „Just White Party“ am 3. Juli feiert. Tickets und weitere Infos gibt es unter www.jahrhunderthalle.de.

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