Gerd Pfahl und Rainer Schmidt gestalten den Vormittag

Gottesdienst mit großer Botschaft

Gerd Pfahl und Rainer Schmidt musizieren beim Gottesdienst gemeinsam. Foto: Lutter

Griesheim (zlu) – „Das ist ein guter Morgen!” Mit diesen Worten begrüßte der Gemeindepädagoge Gerd Pfahl am Sonntag die Besucher des Gottesdienstes der evangelischen Kirchengemeinde in Griesheim.

Nicht nur, weil draußen alles auf den bevorstehenden Frühling hinwies, die Sonne durch die großen Fenster in die helle Kirche schien und den Altar ein prächtiger Strauß Blumen schmückte. Vielmehr waren an diesem Morgen die Besucher in ungewöhnlich großer Zahl erschienen. Im Gepäck trugen sie hausgemachte Spezialitäten, die im Anschluss an den Gottesdienst die Grundlage zum Babbelbrunch boten, zu dem alle herzlich eingeladen waren. Zum Auftakt gab Pfarrer Schmidt dem Publikum ein voller Elan vorgetragenes Kirchenlied zum Besten, begleitet von Gerd Pfahl an der Gitarre.

Anlass für diesen ungewöhnlichen Gottesdienst war die letzte Station von Rainer Schmidts Frankfurt-Tournee. Er wurde 1965 geboren und arbeitete zuvor als Dozent am Pädagogisch-Theologischen-Institut in Bonn. Heute ist er als freiberuflicher Referent, Moderator und Kabarettist tätig. Zudem ist er mehrfacher Weltmeister im Tischtennis. Eine ganz neue Dynamik bekommen seine Erfolge aber, bedenkt man das körperliche Defizit, mit dem er dem Leben bereits weit mehr als manch anderer abgerungen hat. Aufgrund einer seltenen Krankheit kam Rainer Schmidt ohne Unterarme und mit einem verkürzten Oberschenkel zur Welt. Als Sohn frommer Eltern lernte er früh, Dankbarkeit nicht nur zu fühlen, sondern auch zu praktizieren. Als Teenager hat er sich dann ganz bewusst der Religion zugewendet. Verschrieben hat sich der Theologe aber allem voran seinem unerschütterlichen Humor, mit dem er nicht nur seine Predigten unvergleichlich macht. Bewegungsintensiv und emotionsgeladen ließ er die Besucher vergessen, in einer Kirche zu sein und sie einfach nur den Augenblick genießen.

Diese Zufriedenheit mit sich selbst, mit dem was man hat, die Dankbarkeit für den Moment und die Menschen, die einen umgeben, das war die Kunde des Tages.

„Jeder muss für sich selbst Verantwortung übernehmen und entscheiden, wie er leben möchte”, sagte Schmidt. „Vertraut den neuen Wegen, denn Leben heißt sich regen”, so dann auch eine der folgenden Passagen aus dem Gesangsbuch.

Was Schmidt so stark macht und was er so dringend weitergeben möchte, sei, allem voran, der Aspekt der inneren Genesung: „Man kann gesund werden, ohne dass sich innerlich etwas verändert, aber da ist ein Unterschied zwischen Heilung und Heil.”

Gemäß des Tagesmottos „Was uns behindert und Flügel verleiht” wünschte er allen Anwesenden Flügel und Zufriedenheit für ihr Leben. Pfahl schloss den Morgen mit den einfachen aber eindringlichen Worten ab: „Und nun lernen Sie sich alle kennen. Etwas Besseres kann Ihnen nicht passieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare