Modellprojekt „Prawo“ fördert

Berufsorientierung an Gymnasien: Provadis ermöglicht Schülern Einblicke in die Industrie

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Schülerin Marlene bedient das Produkteinlaufventil im Provadis Technikum.

Was kommt nach der Schule – Ausbildung oder Studium? Und welcher Beruf könnte passen?

Höchst –  Die Möglichkeiten stellen viele Schüler an Gymnasien vor eine große Herausforderung. Um dies zu ändern, fördern das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) mit dem Programm „Modellprojekte an Gymnasien – BOP“ derzeit insgesamt 15 Modellprojekte in ganz Deutschland. Eines dieser Modellprojekte ist das Projekt Praxiswoche, kurz „Prawo“, das der Fachkräfte-Entwickler Provadis am Industriepark Höchst mit dem besonderen Fokus auf Ausbildungsberufe und Studiengänge in der Chemiebranche entwickelt hat. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Wirtschaftskunde (GfW) wurde das Projekt jetzt erstmals in Zusammenarbeit mit Gymnasien aus der Region gestartet.

Ziel des Modellprojektes ist es, den Teilnehmern an vier Werkstatt-Tagen in den Ausbildungseinrichtungen bei Provadis intensive Einblicke in verschiedene Berufsfelder der chemisch-pharmazeutischen Industrie zu bieten und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich selbst darin auszuprobieren. Ergänzt werden diese praktischen Erfahrungen durch eine vom Projektpartner GfW ausgeführte individuelle Potenzialanalyse. Dabei entdecken die Schüler ihre persönlichen Kompetenzen und erhalten in intensiven Feedbackgesprächen auf sie zugeschnittene Berufsfeldempfehlungen. „Die Potenzialanalyse hilft den Schülern sich zu reflektieren und die eigenen Talente zu erkennen. Darüber werden sie motiviert, berufliche Richtungen einzuschlagen, an die sie vorher vielleicht nicht gedacht haben“, erklärt Susanne Goy, Projektleitung Seminare und Berufsorientierung bei der GfW.

Frankfurt Höchst: Teilnehmer erfahren alles über Ausbildungsberufe und duale Studiengänge

Die Teilnehmer erfahren Wissenswertes über Ausbildungsberufe und duale Studiengänge aus den Berufsfeldern Naturwissenschaften, Metall-/Kunststoffverarbeitung und Mechatronik, Informatik sowie Logistik und Verwaltung. Zum Modellprojekt gehört auch eine abschließende Infoveranstaltung gemeinsam mit den Eltern, bei der die Schüler ein Zertifikat und die Ergebnisse ihrer Potenzialanalysen erhalten.

Insgesamt 31 Schüler des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Flörsheim und der Leibnizschule in Frankfurt-Höchst erlebten in der Praxiswoche ein abwechslungsreiches Programm, bei dem an jedem Tag ein anderes Berufsfeld im Mittelpunkt stand. In kleinen Teams synthetisierten sie vormittags Kalziumkarbonat, bearbeiteten verschiedene Kunststoff- und Metallwerkstücke oder programmierten Lego-Roboter. An den Nachmittagen standen dann berufsfeldbezogene Fragen zu Ausbildung, beruflichen Perspektiven und der Verknüpfung mit Studiengängen auf dem Programm.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Digitalisierung, das zukünftig in allen Berufsfeldern eine große Rolle spielen wird. Bei den Schülern kam das Projekt gut an: „Ich finde es toll, dass ich bei ‚Prawo‘ die unterschiedlichen Berufsfelder und die dazu passenden Ausbildungs- und Studienwege kennenlernen kann. Besonders gut gefällt mir die Mischung aus Theorie und Praxis“, berichtete Ana Todic, Schülerin der Leibnizschule.

Frankfurt Höchst: Modellprojekt könnte Basis für zukünftige Projekte sein

Auch Lehrer Claude Görner ist überzeugt vom Nutzen des Angebots: „Berufliche Orientierung in der Mittelstufe ist ein entscheidender Baustein, um bei den Schülern frühzeitig Interessen zu wecken und Stärken zu fördern, um dann gemeinsam mit Schulen und Eltern mögliche Berufswege zu erkunden.“

Ob das Modellprojekt die Basis für zukünftige Projekte sein kann, soll im Nachgang ermittelt werden. Dazu sind Feedbackrunden mit den beteiligten Lehrkräften, Betreuern und Eltern geplant, ebenso wie eine interne Evaluation und eine Begleitbefragung durch den Fördergeldgeber. „Solche Initiativen des Bundes unterstützen wir sehr gerne, denn wir finden es wichtig, insbesondere in den Gymnasien mehr Möglichkeiten für die Berufsorientierung zu schaffen“, betont Karsten Rudolf, Prokurist und Bereichsleiter Bildungs- und Forschungsprojekte, Provadis. „Dieser Weg kann den Schülern aufzeigen, welche guten Entwicklungsmöglichkeiten unter anderem die chemische Industrie sowohl über Ausbildungsberufe als auch über Studiengänge bietet. Die Schüler sollen durch dieses Orientierungsangebot herausfinden können, welche Talente sie mitbringen und welche Berufsfelder zu ihren persönlichen Stärken passen.“

(red)

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