Zu Schade zum Wegwerfen

Festival „Anziehend“ mit vielen Upcycling-Ideen im Neufundland

Simona Stefe mit einem Bügeleisen, das zum Stempel wurde. Fotos: Faure

Griesheim (jf) – Die Lärchenstraße 135 im Griesheimer Industriegebiet ist sicher keine Adresse in Lauflage. Aber trotzdem ein lohnenswerter Anlaufpunkt: Dort fand nun zum vierten Mal „Anziehend – Festival für Upcyclingfashion & -trends“ statt.

Schirmherrin der Veranstaltung ist Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

Ludger Beukmann, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling (GWR), begrüßte die Gäste: „Recycling ist eine ernste Angelegenheit, hat aber auch viel mit Kreativität und Spaß zu tun, wie auf unserem Festival entdeckt werden kann.“

Rosemarie Heilig hatte auf ihrem Rundgang bereits eine Beuteltasche erworben, angefertigt aus Hemden. „Es geht darum, Plastik und Nanoplastik zu vermeiden. Warum schleppen wir Quellwasser in Plastik- oder Glasflaschen nach Hause? Unser Trinkwasser in Frankfurt ist gut und kostet nur 0,19 Cent pro Liter. Das ist unschlagbar.“

Die Stadträtin hatte eine Glasflasche mit Schnappverschluss mitgebracht: „So können Sie das Trinkwasser abfüllen und in den Kühlschrank stellen“, riet sie. Außerdem verwies sie auf den seit September erhältlichen Main-Becher, ein Produkt, das die FES fertigen ließ. Es geht auf die Initiative von „Cup2gether“ von Marlene Haas und Claudia Schäfer zurück. Zu Beginn beteiligten sich rund 25 Geschäfte, inzwischen sind es 50 und es gibt eine App, wo man in Frankfurt den Bio-Pfandbecher erhalten, eintauschen, abgeben und befüllen lassen kann.

„Leider steht Umweltfreundlichkeit nicht hoch im Kurs. Schauen Sie sich um in unserer Stadt, unserem öffentlichen Wohnzimmer. Wir haben viele Papierkörbe, trotzdem liegt der Müll oft daneben“, kritisierte Heilig.

Bei Neufundland ist das anders. Seit 1994 besteht das Secondhand-Warenhaus auf 800 Quadratmetern.

Zum Festival haben rund zehn Stände dort ihre Tische aufgestellt, bieten Upcycling-Produkte wie Taschen aus Stoff und Leder, Kleidungsstücke, die aus alter Bekleidung neu und modisch gefertigt wurden, Siebdruck-Kunstwerke, Schmuck, Bienenwachstücher, Informationen zur Textilpflege an. Daniela Ballweg, Leiterin der Schule für Mode, Grafik, Design Offenbach, hatte eine Modenschau vorbereitet und informierte an ihrem Stand über ihre Bildungseinrichtung. Zudem war für Musik, Speisen und Getränke gesorgt. In einem angrenzenden Raum konnten die Besucher selbst aktiv werden. Simona Stefe stand an einem Tisch mit Bügeleisen bereit. Die Geräte hatten alle keine Stromleitung mehr, dafür aber einen individuell gestalteten Boden mit Baum- und Blattmustern. „Damit kann man beispielsweise T-Shirts stempeln“, sagte Stefe. Die Idee kam von Monika Nahus, sie experimentierte mit den Geräten, fand diverse Oberflächen, die man nutzen und aufkleben kann. Schon wird ein altes weißes T-Shirt zum absoluten Hingucker. Nachhaltigkeit ist kein Hexenwerk, das wurde zum Festival deutlich, das viele Anregungen lieferte.

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