Verein Heiterkeit spielt Herbstkonzert in Griesheim

Fast 130 Jahre Akkordeonmusik

Das Akkordeonorchester des Vereins Heiterkeit – unter der Leitung von Thorsten Kolar – beim Herbstkonzert in Griesheim. Foto: Mohr

Griesheim (zmo) – 1890, als in Griesheim noch 4000 Menschen wohnten, gründeten einige Musik begeistere Einwohner ihren „Humoristischen Verein Heiterkeit“, wo man voraussetzen könnte, dass zu dieser Zeit im Örtchen gute Laune herrschte.

Griesheim, dass viele Frankfurter in erster Linie mit dem Unternehmen Messer Griesheim in Verbindung bringen, galt einst als das Arbeiter- und Industrieviertel der Stadt.

Die „Bronx von Frankfurt“ aber hat sich verändert. Es wird saniert, das Förderprogramm „Stadtumbau West“ wurde in Angriff genommen. Schritt für Schritt sollen öffentliche Räume aufgewertet, Grünzüge und neuer Wohnraum geschaffen werden. Mittlerweile leben mehr als 25.000 Menschen dort.

„Natürlich lieben wir unseren Stadtteil und gute Laune gehört auch heute noch zu unserer Lebensphilosophie“, sagt Joachim Schumak, Leiter des Nachwuchsorchesters „Kids & Co“ und Schatzmeister, seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Akkordeonspieler und nun auch 50 Jahre aktives Mitglied in der „Heiterkeit“. Auf die Frage was ihn denn am Akkordeon so fasziniert, kommen klare Antworten. „Mich hat Musik schon immer interessiert. Es begann mit der Blockflöte, dann haben mich die nachfolgenden Dirigenten, aber auch die Eltern schnell auf Akkordeon umgestellt. Wir haben ein gut funktionierendes Vereinsleben und das gemeinsame Musizieren mit anderen macht mir Freude und füllt mich aus. Das zeigt auch, dass ich noch bei zwei weiteren Akkordeonvereinen gelegentlich mitspiele“.

Das Herbst-Akkordeonkonzert am Sonntag gehörte nun zu den Jahreshöhepunkten des Vereins. Sicher gibt es viele, die sich Orchestermusik mit dem „Schifferklavier“ nicht vorstellen können: Der Saalbau Griesheim war dennoch gut besetzt und der Klang der Instrumente ging nicht nur ins Ohr, man spürte auch im Inneren, gerade bei den Basstönen eine wohltuende Ruhe. Unter der Leitung des Dirigenten Thorsten Kolar eröffneten die Musiker mit „Free World Fantasy“ den Abend. Die „Tastenpiraten“, Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren, standen den „Profis“ in nichts nach.

Erst 2010 hatte der Verein wieder eine Jugendabteilung zu aktivieren begonnen. Mit drei Renaissance-Sätzen und Stücken von „Im Ritterland“ zeigten die Piraten unter der Leitung ihrer Dirigentin Simone Polata, was sie in den vergangenen Wochen akribisch gelernt hatten.

Das Ensemble des Vereins präsentierte vor der Pause mit „Disco Fieber“, „Samorim“, „Raindrops keep fallin‘ on my Head“ und „Skyline“, dass ein Akkordeon erheblich mehr kann als Seemannslieder zu spielen. Nach der Pause freuten sich Franziska Schröter für zehn Jahre und Joachim Schumak für 50 Jahre Mitgliedschaft über die Ehrungen, die zusätzlich mit großem Beifall belohnt wurden. Danach wurde noch mal richtig aufgespielt. Hierbei kamen dann auch die Freunde von Seemannsliedern und Abenteuerromantik auf ihre Kosten. Für die Zuhörer war es ganz offensichtlich ein schöner Konzertabend.

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