Denkmalschutzpreis wird vergeben

Fachwerkhaus hat gute Chancen

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Das restaurierte Fachwerkhaus in der Bolongarostraße 166.

Höchst (zmo) – Eine Prüfungskommission des Landesverbandes für Denkmalpflege hat unter der Leitung des Vorsitzenden und Präsidenten, Markus Harzenetter, eine zweitägige Rundreise durch hessische Gemeinden gestartet.

Besuchen und bewerten wollen sie „denkmalpflegerische Maßnahmen, die im Rahmen der gegebenen Voraussetzungen (räumliche Lage, wirtschaftliche Situation, Umgang mit historischer Bausubstanz) durch individuelle Lösungen, handwerklich-technische Qualität und besonderes Engagement, zum Nachahmen anregen sollen“. So die etwas sperrige Beschreibung „Geeignete Objekte für den Denkmalschutzpreis zu generieren“. Gestartet ist die Gruppe in der Bolongarostraße in Höchst. Dort begann für Anton Schreibweis im Mai 2016 die Sanierung eines Fachwerkhauses aus dem Jahr 1740. Fertiggestellt wurde es Ende 2018 und anschließend für den Denkmalschutzpreis vorgeschlagen. „Es war immer mein Traum gewesen, dieses Haus einmal zu besitzen. Schon als junger Bub bin ich hier oft vorbeigelaufen und habe mich schon damals in das wunderschöne Fachwerk verliebt.“ Mit diesen Worten empfing der pensionierte Metzgermeister die Prüfungskommission, die er anschließend durch das grundsanierte Haus führte.

Zwei Jahre hat es gedauert, bis Fachfirmen das heruntergekommene Gebäude „denkmalschutzwürdig“ hergestellt hatten. Notwendig war eine aufwendige Fassadensanierung, Restaurierung historischer Fenster, Erhalt, Aufarbeitung und Reinigung der teils noch barocken Innenausstattung, Ausbau des Spitzbodens und die Wiederherstellung der Fassaden- und Treppenhausfarbigkeit in Anlehnung an den Befund des 19. Jahrhunderts. Eine Dachwohnung und zwei darunterliegende Wohnungen – alle individuell gestaltet – sind nun vermietet. Beim Betreten des kleinen, ebenfalls restaurierten Innenhofes, fühlten sich die Besucher in ein anderes Jahrhundert versetzt.

Für Anton Schreibweis wäre der Preis nicht nur eine große Ehre, sondern auch für den Stadtteil Höchst ein weiterer kultureller Anziehungspunkt.

Für den Hessischen Denkmalschutzpreis sind insgesamt 30 Bewerbungen eingegangen. Nach einer ersten Bewertung sind 11 Objekte übrig geblieben. Diese werden nun von der Prüfungskommission besucht. Mit dabei sind Vertreter der Denkmalbehörden, des Handwerkes, der Preisträger des Vorjahres, des Ministeriums der Wissenschaft und Kunst, Lotto Hessen (Spender des Preises), aber auch ehrenamtliche Verbände und Stiftungsmitglieder. In der Rotunde des Biebricher Schlosses wird dann am 20. August der Sieger bekannt gegeben.

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