Ausflug nach Oberrad

Schüler lernen Frankfurts Nationalgericht kennen

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„Na, wer weiß, wie die Kräuter heißen?“ Nanette Duhme weckt die Neugier bei den Kindern für Frankfurts Nationalgericht – die „Grüne Soße“.

Praunheim/Oberrad (zjs) – Ein Ausflug der besonderen Art führte 22 Schüler der Ebelfeldschule in Praunheim auf die Anbaufelder für Grüne Soße in Oberrad.

Dort lernten die Viertklässler die sieben Kräuter kennen und waren aktiv an der Entstehung des leckeren Frühlingsklassikers beteiligt. In einem Gewächshaus der „Kooperative“ werden sie angebaut: Die sieben Kräuter Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Borretsch, Pimpinelle und Kresse. „Die Kooperative“ ist ein noch junger Zusammenschluss mit dem Ziel des regionalen und ökologischen Anbaus. Sie umfasst rund 250 Mitglieder, die mit ihrem Jahresbeitrag die Unternehmung unterstützen und als Gegenleistung leckere Zutaten für die Küche erhalten.

Lehrerin Ulla Hieronymi weiß um das haptische Erlebnis für die Kinder. „Fühlen, riechen und schmecken machen einfach mehr Eindruck als ein Blumenkasten auf der Fensterbank mit Samen darin“, sagt die Pädagogin, obwohl sie diesen nicht abwerten will. Das Angebot „Sieben Tage, sieben Kräuter“ ist ein Bestandteil des städtischen Bildungsprogramms „Entdecken, Forschen und Lernen im Frankfurter Grüngürtel“. Dabei sollen die Kinder lernen, wie regionale Lebensmittel im Umfeld der Großstadt angebaut werden. Projektleiterin Barbara Clemenz vom Verein Umweltlernen in Frankfurt betreut das Vorhaben und kennt die Schüler der Ebelfeldschule schon von anderen Aktionen. Ihr liegt die klimafreundliche Ernährung am Herzen, denn die saisonale Aktion gibt es nur jetzt und nur zu dieser Zeit. Von einer Versorgung aus südländischen Gewächshäusern während der restlichen Jahreszeit rät sie deshalb ab. Nachdem die Gruppe geteilt wurde, befassen sich die einen mit der Herstellung von frischer Kräuterlimonade, während die zweite Gruppe im Gewächshaus und auf dem freien Feld die Kräuter probieren dürfen, die in die Grüne Soße kommen. Zuerst ein wenig verhalten, doch dann mit wachsender Neugier stecken die Kinder die Kräuter in den Mund, probieren, und sind von den Geschmacksvarianten überrascht.

Nach der Kostrunde geht es ins Gewächshaus, wo die Schüler die Kräuter vorfinden. Dann werden Scheren verteilt und das Schnippeln der Kräuter nimmt seinen Lauf, während die Lehrerin zeigt, wie das Wiegemesser gehandhabt wird. Unterstützung kommt von Nanette Duhme, freie Mitarbeiterin bei Umweltlernen. Sie hat gleich einen Kontakt zu den Schülern, die sie wissbegierig mit Fragen eindecken. Die Soße wurde schon vorbereitet und dann kommen alle Kräuter hinein und das Rühren und Abschmecken krönt die Prozedur. Im Anschluss wird die Grüne Soße mit fester Konsistenz auf Baguetteschnitten verteilt und alle sind mit dem erreichten kulinarischen Ergebnis mehr als zufrieden. Nach dem Ausflug steht auf jeden Fall fest, dass die Gruppe am Grüne-Soße-Festival im Mai teilnehmen wird.

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