Buntes und vielseitiges Programm

23 Jahre Zirkus an der Liebigschule

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Im Zirkus Seifenblase lernen die Schüler auch am Trapez zu arbeiten.

Praunheim (jf) – Die Spannung ist greifbar. In der großen Turnhalle der Liebigschule sitzen auf Stühlen und Bänken viele Zuschauer. Gleich beginnt die Vorstellung des Zirkus’ Seifenblase.

Alles begann vor 23 Jahren, als Sportlehrerin Helga Langer im Schuljahr 1995/96 eine Projektwoche zum Thema Zirkus begleitete. Das begeisterte alle so sehr, dass daraus der Zirkus Seifenblase wurde, ein Nachmittagsangebot und seit einigen Jahren auch ein Sportkurs in der Oberstufe. Wie jedes Jahr zeigen die Zirkusleute aus den Stufen fünf bis 13 in öffentlichen Vorstellungen, was sie drauf haben. Und das ist wirklich erstaunlich. In diesem Jahr heißt der Titel des dreistündigen Programms „Wage zu träumen“. Zwei Freundinnen schaffen es, gemeinsam ganz fest an etwas zu denken und träumen schließlich davon.

In diesem Rahmen gibt es 22 bunte Sequenzen, die von Balanceakten auf dem Hochseil über anmutige Bewegungen auf der Slackline, Kunststücke am Trapez, Fahren auf dem Hochrad, Seilspringen, Stelzenlauf, Übungen mit Poi, Bändern und Tüchern, Kugellauf, Parcours bis hin zu Jonglage, Vorführungen mit Diabolos, Zauberei und Clownerie reichen. Immer wieder gibt es Applaus und anerkennende Rufe.

Es ist tatsächlich ein Wahnsinnsaufwand, rund 100 Akteure – Bühnenbildner, Maske und Technik eingeschlossen –, unter einen Hut zu bringen. Das ganze Jahr über wurde geübt, für die Choreografie der Vorstellung blieb allerdings nur eine Woche Probezeit. Bei der Aufführung wechseln die Akteure ständig ihre Kostüme, 180 fantasievolle Verkleidungen gibt es insgesamt – alle wurden selbst hergestellt.

Aus 100 Musikstücken wählten die Schüler das passende für die jeweilige Darbietung, das Thema und das Bühnenbild erarbeiteten Schüler aus der Oberstufe. Mali und Senta sind seit der fünften Klasse dabei, die 16- und 17-Jährigen begeistern sich für Zirkus und haben das Bühnenbild erdacht und selbst angefertigt. Nun leuchtet ein Mond in der Mitte auf schwarzem Grund, umringt von Sternen.

Am Ende ist alles gut gegangen, die Mitwirkenden und die Trainer um Helga Langer sind erleichtert und glücklich. „Seit 23 Jahren ist vom 1. Januar bis zum 31. Dezember – vom Keller bis zum Dachboden – Zirkus in unserem Haus“, sagt sie und lobt die Schüler: „Ihr wart großartig!“ So also sieht eine Klausur im Zirkus aus – höchst erstaunlich und wunderschön. Dabei hat Langer gar keinen zirzensischen Hintergrund, nur ein ganz großes Herz für die bunte Manege und viele Kenntnisse über Akrobatik, die sie gerne weitergibt.

Barbara Davidson, Leiterin der Sportfachschaft an der Liebigschule, bedankt sich mit Blumen bei Helga Langer – denn das war ihr letztes Zirkusjahr. „Mir ist nichts Vergleichbares in einer anderen Schule bekannt. Auch wenn Helga Langer nicht mehr am Gymnasium ist, wollen wir das Projekt irgendwie fortsetzen“, sagt Davidson mit Blick in die Zukunft.

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