Ort für mehrere Generationen

Wohnprojekt „BeTrift“ präsentiert sich

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Sabine Künzel (links) und Christel Wartski vor den Informationstafeln des Projekts „BeTrift“ in Niederrad.

Niederrad (jf) – Baustellenführung? Das wird etwas schwierig im Regen.

Doch erklären kann man auf jeden Fall, was in der Triftstraße an der Straßenbahnhaltestelle Gerauer Straße gerade passiert: Im geschützten Eingangsbereich des Nachbarhauses haben die Aktiven des Wohnprojekts „BeTrift“ portable Info-Wände aufgebaut. Dort erfährt man viel über das „grüne Haus für jedes Alter und jede Lebensform“, ein Projekt der noch jungen Wohngeno. 2016 bezogen zehn Familien ein neues Zuhause unter dem Titel „Wohnen mit Kindern“ am Riedberg. „BeTrift“ ist das zweite, noch größere Vorhaben der Wohngenossenschaft. Damit wird Frankfurts größtes Mehrgenerationenhaus mit 53 unterschiedlichen Wohnungen entstehen. „Unsere Genossenschaft hat rund 100 Mitglieder“, erklärte Christel Wartski, die vor allem die Verbindung vor Ort in Niederrad zu den Verantwortlichen hält.

Seit 2014 wurden aus den Gedanken zum gemeinschaftlichen Wohnen gemeinsam handfeste Konzepte entwickelt. „Man kann sich nicht einfach in die Genossenschaft einkaufen, sondern man muss sich für diese Konzepte auch interessieren, eignen und daran mitwirken“, hob Wartski das Besondere hervor. Sie freut sich, dass das Projekt „BeTrift“ langsam sichtbar wird.

„Wir wollen in einer freien Gemeinschaft leben“, umriss sie das Ziel. „Es ist ein schönes Konzept“, pflichtete Sabine Künzel bei. „Alle Generationen von null bis 80 Jahre sind vertreten. Es gibt unterschiedlich große Wohnungen und Räume zur gemeinschaftlichen Nutzung. Man trifft sich auf den breiten Laubengängen.“ Oder auf dem Dachgarten. Geplant sind außerdem Ateliers, Werkräume und ein Nachbarschaftstreff. Auch an Car-Sharing und E-Mobilität wurde gedacht.

„Es war schon schwierig, relativ schnell eine Gruppe zusammen zu kriegen, die für dieses Projekt insgesamt rund 2,5 Millionen Euro aufbringen konnte“, erläuterte Wartski. „Natürlich haben wir in der Planung viele tolle Vorschläge gehabt, aber die Realität hat uns bei der Finanzierung schnell eingeholt“, bemerkte Künzel. Das Mehrgenerationenhaus wird barrierefreie und nahezu barrierefreie Wohnungen haben, Familien mit und ohne Kinder, Menschen mit und ohne Handicap werden bei „BeTrift“ gemeinsam wohnen. Das Haus ist gleichermaßen kind- und altersgerecht konzipiert.

„Wir freuen uns schon sehr auf unser neues Gemeinschaftshaus, wir sind eine bunte Truppe und passen gut zusammen“, sagte Christel Wartski und lachte. Im Sommer 2020, so hoffen alle, soll das Haus fertig sein und wird einen Beitrag zu bezahlbarem, unkündbarem und energieeffizientem Wohnraum in Frankfurt leisten und sich auch dem Stadtteil öffnen.

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