Pfarrerin Angelika Detrez zieht in den Taunus

Ein wenig Wehmut schwingt beim Abschied auch mit

Angelika Detrez nimmt bald Abschied von der Paul-Gerhardt-Gemeinde, die sie vermissen wird. Foto: Rolf Oeser/p

Niederrad (red) – Gerührt habe es sie, dass beim Gemeindefest „Nehmt Abschied, Brüder“ gesungen worden sei, schreibt Pfarrerin Angelika Detrez im Gemeindebrief der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde und zitiert unter anderem die Zeilen „Ade, auf Wiederseh’n! Wir ruhen all in Gottes Hand.

Lebt Wohl, auf Wiederseh’n!“ Am Sonntag, 3. November, zehn Uhr, ist es so weit, dann wird sie von Propst Oliver Albrecht und Prodekan Holger Kamlah im Gemeindezentrum, Gerauer Straße 52, in den Ruhestand verabschiedet. .

Ein paar Wochen nachdem sie diese Zeilen für den Gemeindebrief geschrieben hat, liegen schon einige Abschiede hinter der 1956 in Gießen geborenen Pfarrerin: Im September ist sie mit ihrem Mann in den Taunus gezogen, eine Region, die sie kennt, früher arbeitete die Theologin, die in Marburg, Göttingen und den USA ihr Studium absolvierte, unter anderem im religionspädagogischen Studienzentrum der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Schönberg.

„Nach den vielen Jahren ist es mir aber nicht leichtgefallen, den Stadtteil zu verlassen“, sagt Detrez, doch ein wenig Abstand sei – gerade bei aller Verbundenheit mit der Paul-Gerhardt-Gemeinde – gut. 1996 kam Detrez nach Niederrad. Zu ihren ersten Aufgaben gehörte es, die evangelische Zachäusgemeinde mit der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde zusammenzuführen und damit auch durchaus unterschiedliche Teile Niederrads.

Rückblickend ist Angelika Detrez froh, dass die Gemeinde Vorreiter in Sachen Fusion war. Heute sieht sie die Paul-Gerhardt-Gemeinde sehr gut aufgestellt. Das Engagement von Ehrenamtlichen, die Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit, „das ist schon ungewöhnlich gut“. Viel Neues sei entwickelt worden, zum Beispiel die regelmäßigen Geburtstagsmatinees mit kulturellem Programm. Statt Seniorenrunden bei Stückchen und Kaffee, bekämen die Leute hier was geboten, würden ernst genommen. Übrigens sei die Einladung an sich mit das Wichtigste, denn auch mit denen, die den Weg nicht auf sich nehmen können oder wollen, trete man in Kontakt. Bei der ehrenamtlich organisierten Museumsgruppe gebe es sogar Wartelisten, erwähnt sie als Beispiel für funktionierendes Engagement.

Dort, aber auch in der Flüchtlingsarbeit, können sie und ihre Kollegin Anja Bode auf Ehrenamtliche bauen. Diese werden unterstützt bei der Organisation, mittels Räumlichkeiten, vor allem aber „in Form von Austausch, gelegentlich auch mal Trost“.

Gefreut hat Angelika Detrez, dass nicht allzu lang vor ihrer Pensionierung die Nachricht kam, dass der junge Christ aus dem Iran das Kirchenasyl in der Paul-Gerhardt-Gemeinde verlassen kann.

In den vergangenen Jahren hat die Pfarrerin sich stark in der Flüchtlingsarbeit engagiert und ist dankbar, dass der Kirchenvorstand diesen Einsatz mitgetragen hat. Wie so vieles: Die ökumenische Teestube beispielsweise oder auch die diakonische Bürgerstiftung. Da will sie Kuratoriumsvorsitzende bleiben, „das ist genau abgegrenzt“. Ende September wurde im Gemeindesaal an der Gerauer Straße zehnjähriges Bestehen der Stiftung gefeiert mit einer langen Tafel, 100, 120 Menschen saßen daran, es gab ein Thema, es ging nicht nur ums Speisen und Trinken, aber auch.

Gefeiert wird gewiss auch mit vielen Leuten am 3. November – wenn das Thema heißt, „Abschiednehmen von Angelika Detrez als Pfarrerin in Frankfurt-Niederrad“.

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