Fr 22 Erwachsene und 28 Kinder

Übergangswohnungen für elf Familien in Goldstein

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Daniela Birkenfeld (rechts) und Sabine Kalinock (links) informieren Interessierte über die Unterkunft in der Straße Zum Eiskeller in Goldstein.

Goldstein (jf) – Es wurde voll im Eiskeller 3a. Der Einladung des Dezernats Soziales, Senioren, Jugend und Recht zur Besichtigung der Unterkunft waren sowohl Vertreter von Kirchen, des Ortsbeirats 6, des Präventionsrats, des zehnten Polizeireviers und des Sozialrathauses Sachsenhausen als auch interessierte Bürger und Nachbarn gefolgt.

Der Grundstückseigentümer und Bauherr, der Evangelische Regionalverband, ist als Diakonisches Werk auch Betreiber der Übergangsunterkunft. „Ich wünschte, es gebe mehr ähnlich Engagierte“, würdigte Stadträtin Daniela Birkenfeld. Sie dankte den Nachbarn für die Geduld, mit der diese den Baulärm ertragen haben. Warum werden noch immer neue Unterkünfte für Geflüchtete gebaut? „Jede Woche bekommt Frankfurt 17 neue Zuweisungen. Außerdem sind einige der bisherigen Unterkünfte zeitlich begrenzt, so wie beispielsweise Niederrad. Dort müssen mehr als 200 Plätze geräumt werden“, informierte die Dezernentin. Zudem seien noch 800 Geflüchtete in Hotels und Pensionen untergebracht, weil es keine anderen Alternativen gebe.

Die zwölf drei und vier Zimmer großen Wohneinheiten im Eiskeller bieten rund 50 Plätze. 22 Erwachsene ziehen nun mit 28 Kindern und Jugendlichen dort ein. „Die meisten dieser Familien lebten bisher in der Unterkunft auf dem Alten Flugplatz in Bonames“, sagte Birkenfeld. „Die Unterkunft am Alten Flugplatz geht ins vierte Jahr“, ergänzte Sabine Kalinock, Leiterin des Bereiches Flucht und Integration beim Diakonischen Werk, „wir kennen einige Familien bereits seit drei Jahren. Viele Kinder wurden schon in Frankfurt geboren.“ Alle sprechen Deutsch, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau.

Die Wohnungen sind nicht sehr groß und spartanisch eingerichtet; jeder hat ein Bett, einen Schrank, einen Stuhl. Ganz wichtig ist die eigene Küchenzeile. „Die ökumenische Schreinerwerkstatt hat die robusten Küchen gebaut“, erklärte später auf dem Rundgang Kirsten Langmaack. Gemeinsam mit Viona Dorsch leitet sie die Unterkunft, beide sind auch Ansprechpartner für die Nachbarn. Eine halbe Hausmeisterstelle gehört ebenfalls dazu.

Es sei aber schon bitter, wenn Geflüchtete Wohnungen bekämen, während andere jahrelang auf eine Sozialwohnung warteten, beklagte eine Besucherin. „Diese Übergangsunterkunft hat nichts mit der Wohnungsnot und auch nichts mit Sozialwohnungen zu tun. Nur ein kleiner Prozentsatz der zugewiesenen Sozialwohnungen kommt Geflüchteten zugute“, erklärte Kalinock. Ein sehr kleiner Prozentsatz: Seit 2016 wurden 161 Geflüchteten-Haushalten Sozialwohnungen vermittelt, dem gegenüber stehen mehr als 3500 Vermittlungen an andere registrierte Wohnungssuchende. 2600 der insgesamt 4800 Geflüchteten in Frankfurt haben bereits Schutz- und Bleiberecht.

Am 12. März um 19 Uhr findet im Gemeindehaus der Dankesgemeinde ein Runder Tisch statt. Dort soll auch diskutiert werden, wie und wo sich Ehrenamtliche engagieren können.

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