Aus Bürotürmen werden Wohnungen

Schöneres Wohnen im Lyoner Viertel mit dem Fahrrad erkundet

Detlef Hans Franke erklärt den 30 interessierten Radfahrern, was sie alles während der Tour du Quartier durch Niederrad zu sehen bekommen. Fotos: Mohr

Niederrad (zmo) – Das Niederräder Straßenfest „Wilder Sommer“ war der ideale Einstieg für die „Tour du Quartier“: Die ersten Bratwürste wurden verspeist und einer tollen Rockband gelang es eindrucksvoll, die Besucher in Stimmung zu bringen.

Aber neben dem Fest rief die „Standortinitiative Neues Niederrad“ (SINN) interessierte Bürger auf, sich während einer Radtour durch das Lyoner Büroviertel über das neue Lebensgefühl in diesem Stadtteil zu informieren.

„SINN ist eine Initiative, die aus der ehemaligen Bürostadt ein gemischtes Wohn- und Geschäftsquartier im Grünen machen will, mit noch mehr Lebensqualität und einer dafür erforderlichen Infrastruktur. Mit Kitas, Supermarkt und Hotels. Wir setzen uns für attraktiv gestaltete Plätze und Wege und eine bessere Verkehrsführung ein. Wir wollen, dass sich die Menschen in diesem Viertel, in dem jetzt so viele Wohnungen entstehen, wohlfühlen“ sagt Geschäftsführer, Detlef Hans Franke. Nach dieser kurzen Vorstellung erklärte er den 30 anwesenden Radfahrern, wohin die Tour du Quartier gehen sollte, und lotste sie anschließend von der St. Jacobus Kirche durch den alten Ortskern quer durch die sonntägliche Ruhe des Büroviertels.

Zu Beginn der 60er-Jahre wurde dieser Stadtteil von zukunftsorientierten Architekten als Bürostadt im Grünen angekündigt. Die euphorischen Vorstellungen nahmen um das Jahr 2000 jedoch ein rasches Ende. Trotz Modernisierung wurde der Leerstand immer umfangreicher. In der Stadt dachte man daran, die Büros in Wohnungen umzuwandeln. Wo früher Olivetti, Woolworth oder die Coop-Zentrale ihre Dependancen hatten, sind jetzt schicke Appartements entstanden.

Planungen sehen vor, dass insgesamt bis zu 6000 Wohnungen auf dem einstigen Büropark entstehen werden. Neben großen Unternehmen wie Nestlé, dem ADAC, Siemens oder der Deutschen Bahn, die weiterhin am Standort bleiben, sind Friseure, Bäckereien, Fitnesscenter, Gastronomie, Hotels und medizinische Praxen, in den Konzepten fest vorgesehen. Ebenso soll versucht werden, auch eine Schule in das Viertel zu bekommen. Ein Beispiel für die Nutzung leer stehender Gebäude: Ein Investor wird aus den Büros eines denkmalgeschützten Hochhauses fast 400 Wohnungen entstehen lassen. Hauptmieter wird das Hotel und Gaststättengewerbe sein, das ihrem dringend benötigten Personal als Anreiz entsprechenden Wohnraum anbieten kann. Zu den vielen geplanten und fertigen Wohnungen, kommen weitere hinzu. Bei der städtischen ABG, der Nassauische Heimstätte oder anderen Konzernen ist eine äußerst rege Bautätigkeit zu erkennen.

Bei der Fahrradtour wurden auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten besucht. Vom naheliegenden Golfplatz, dem einzigartigen urbanen Biotop Licht- und Luftbad (Lilu), dem Stadtwald oder dem nur wenige 100 Meter entfernten Mainufer, werden den Bewohnern des Viertels attraktive Abwechslungen geboten.

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