Ein guter Ort für alle

Jugendhaus Goldstein: Halfpipe und Hüpfkissen zur Einweihung

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Ikra und Ela mit ihrer Tante bei der Eröffnungsfeier.

Goldstein (jf) – David Dieschburg gehört zum fünfköpfigen Team des Jugendhauses Goldstein-Schwanheim. Gleich am Eingang zum Garten wird er von einer Afrikanerin angesprochen: „Kann ich Samen aus meiner Heimat mitbringen und hier aussäen?“, fragt die Mutter eines Jungen.

„Na klar, gerne. Jeden Montag trifft sich die Gartengruppe zwischen 13 und 15 Uhr. Am besten Sie kommen morgen dazu!“, schlägt Dieschburg vor. So soll es laufen auf dem einstmals „wilden Dreieck“, das inzwischen zum „Neuland“ wurde und wachsen und gedeihen soll, weil sich viele beteiligen. Das Gelände war teilweise von hohen Brombeerhecken überwuchert. Die mussten bewältigt werden, bevor es weiterging. Die Eröffnungsfeier vermittelt nun einen Eindruck davon, was sich die Engagierten vorstellen: Ein buntes und vielfältiges Völkchen hat sich auf etwa 2000 Quadratmetern zusammengefunden. Vom Baby bis zur Dame mit Rollator, religions- und kulturübergreifend sitzt man zusammen, unterhält sich. In Kooperation mit der Initiative „Schwanheim Goldstein bewegt sich“ gab es vor zwei Jahren ein erstes Treffen zum Projekt „Neuland“. Jugendliche und Erwachsene redeten mit: „Ein großer Wunsch war ein Grillplatz. Den konnten wir leider nicht einrichten, weil wir keine öffentlichen Toiletten haben. Aber es ist sehr viel entstanden. Und es war eine Menge Arbeit“, erklärt Dieschburg. Ein Bouleplatz wurde geschaffen und Hochbeete angelegt. Schon im Vorjahr wurden riesige Kürbisse geerntet. „Wir werden noch ein Calisthenics-Gerät aufstellen und wollen ein Beach-Café einrichten“, sagt der Pädagoge.

Hermann Snaschel, Leiter des Jugendhauses der Caritas, freut sich über die große Besucherschar: „Das entspricht dem Motto: ‚Wir wohnen hier, da gehen wir hin!’“ Während einige über Hobbygärtnerei fachsimpeln, helfen Jugendhaus-Stammbesucher wie Miray am Grillstand. Die 16-Jährige kommt gerne ins Jugendhaus, das allen ab 13 Jahren offen steht. „Es macht Spaß hier, man kann Freunde treffen, Karten spielen, miteinander reden. Und Pommes essen, es sind die besten der Welt“, freut sich Miray. Sie hat mit angepackt, als eine Kiesladung ankam und verteilt werden musste. „Die Mädchen haben hart gearbeitet“, sagt Dieschburg. Gefordert wird das nicht. „Neuland“ heißt auch, dass jeder sich einbringen kann, aber keiner muss.

Social Day Cisco, World Hotels und Salient haben das Projekt vorangebracht. Ein 60 Meter langer Weg ist entstanden, Jugendliche der Dankesgemeinde haben geholfen. Es gibt viele kleine Geschichten vom Brennnesselsalat, an den sich eine 90-Jährige erinnert, bis zur Sichtung eines Igels, dem das Gelände offenbar gefiel.

Pfarrer Thomas Walter von der evangelischen Dankesgemeinde singt, Gemeindereferentin Christine Sauerborn-Heuser von der katholischen Gemeinde St. Jakobus hat ein Weihwassergefäß mitgebracht und versprengt das geweihte Wasser über Garten und Gäste. Dem „Neuland“ ist immer eine so fröhliche Besucherschar zu wünschen – und viele Hände, die mit zupacken.

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