520.000 Plagiate

Hauptzollamt mit Rekordergebnis

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Es herrscht Einfuhrverbot für Luchsfelle und Gitarren aus Palisanderholz, trotzdem werden diese Dinge immer wieder geschmuggelt, wie diese konfiszierten Gegenstände.

Flughafen (zmo) – „Bevor ich Ihnen die Ergebnisse des Hauptzollamtes vom vergangenen Jahr mitteile, möchte ich mich einmal bei allen Mitarbeitern bedanken, dass sie unter erschwerten Bedingungen, die wir beim Zoll haben, ein erfolgreiches Jahr abschließen konnten.

Für mich wird diese Jahrespressekonferenz die letzte sein. Ich verabschiede mich in den Ruhestand und bedanke mich an dieser Stelle aber auch für die jahrelange gute und faire Zusammenarbeit mit den Frankfurter Medien“. Diesen etwas wehmütigen Worten Albrecht Vieths, dem Leiter des Hauptzollamtes, folgten dann aber trockene Zahlen und nachdenkliche Ergebnisse: Durch Erhebungen wie Verbrauchssteuern, Einfuhrumsätze, Zöllen und sonstigen Abgaben, nahm das Hauptzollamt im vergangenen Jahr 6,56 Milliarden Euro ein. Gegenüber 2017 eine Steigerung von 8. 3 Prozent. Ein Schwerpunkt ist die Bekämpfung der Schwarzarbeit. Bei Überprüfungen von 328 Arbeitgebern belief sich die Schadenssumme auf 24,2 Millionen Euro. 1154 Einzelverfahren wurden dabei abgeschlossen. Der Sozialversicherungs- und Steuerschaden allein in einem Fall belief sich auf zehn Millionen Euro.

Die Rauschgiftkriminalität ging leicht zurück. Bei 5100 Aufgriffen im Post-, Fracht-, und Reiseverkehr wurden sieben Tonnen Drogen konfisziert. Kokain, Ecstasy, Marihuana, Heroin und sonstige Rauschgifte. 83 Drogenkuriere konnten festgenommen werden, darunter 13 sogenannte „Schlucker,“ die das Rauschgift im Körper transportierten. Ermittlungen hatten ergeben, dass in vielen Fällen Frankfurt das Ziel der Kuriere war, die in der Mainmetropole wohl auch ihre Abnehmer hatten.

Ein Schloss aus der Harry-Potter-Serie. Nicht das Lego Original, sondern ein Plagiat aus China.

Ein größer werdendes Problem ist die Marken- und Produktpiraterie. Mehr als 520.000 Plagiate mit einem Warenwert von knapp 26 Millionen Euro konnte der Zoll einbehalten. 85 Prozent davon kommen aus China. So auch Uhren, Kleidung, Taschen, Mobiltelefone, oder Computerzubehör aus weiteren Ländern, etwa Honkong, die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur und USA. Auch Barmittel ab 10.000 Euro müssen bei der Ein- oder Ausreise angemeldet werden. Es gab 1313 Ermittlungen über die Gesamtsumme von rund 25 Millionen Euro. In 77 Fällen wurden „Cleaningverfahren“ eingeleitet. Es gab 710 Verstöße gegen das Artenschutzgesetz mit mehr als 21.000 Einzelexemplaren. Darunter 461 lebende Tiere und Pflanzen. Eine deutliche Steigerung gab es bei der Verletzung des Arzneimittelgesetztes. 1.476.207 Tabletten und Ampullen konnten sichergestellt werden. Sie kamen aus den USA, Singapur und Indien und meist über den Postweg. Diese gefälschten Mittel bedeuten eine erhebliche gesundheitliche Gefahr, da sie ohne jegliche Sicherheitsstandards produziert werden.

Über den Postverkehr aus Lettland, Indien, Singapur und den USA wurden dazu fast 118.000 Tabletten und Ampullen von Präparaten für Dopingkonsumenten vom Zoll sichergestellt.

Fast harmlos klingt da die Häufung von nicht angemeldeten Zigaretten. 50 Fälle mit rund 1,3 Millionen geschmuggelten Zigaretten und 584 Kilo Tabak wurden hier aufgedeckt. Der Gesamtsteuerschaden allein dafür betrug rund 360.000 Euro. Fast resignativ erklärte Albrecht Vieth, „dass man nicht alles komplett überprüfen kann, was in Frankfurt ankommt. Dafür fehlen auch die Ressourcen. Außerdem würde das zeitlich den gesamten Flugbetrieb lahmlegen“.

Zum Schluss hatte Cindy noch ihren großen Auftritt. Die vierjährige Hündin ist ausgebildet, um Geld und Zigaretten zu erschnüffeln, was sie bei einem Test vor den Anwesenden mit Bravour erledigte.

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