Benefiz-Konzert mit Rainer Weisbecker in Niederrad

Handkäs’, Tequila und Ebbelwoi

Werner Hardt (rechts), Vorsitzender des Bezirksvereins, überreicht Rainer Weisbecker zwei Kalender zum historischen Niederrad. Foto: p

Niederrad (red) – Kann ein jährlich stattfindendes Benefizkonzert eines Künstlers jedes Mal aufs Neue begeistern? Ja, das funktioniert: Zumindest bei Rainer Weisbecker, der nun auch schon 2020 im Niederräder Heimatmuseum den Besuchern ein interessantes und vielseitiges Programm geboten hat.

„Ich will immer etwas anderes bringen und mich nicht wiederholen“, sagte Weisbecker, der sich jedes Jahr Notizen macht, was er gespielt und erzählt hat. .

Dieses Mal kam außer den Zugaben nichts über seine Lippen, das er bereits in den vergangenen drei Jahren schon einmal im Hinterhaus des Museums von sich gegeben hatte. „Aber es bleiben noch genügend Lieder übrig“, sagte Weisbecker zu Beginn der Veranstaltung und lachte. Danach bewies er, dass er Recht hatte.

Gleich am Anfang erzählte er von der guten alten Zeit, als er in den 90er-Jahren einen Fernsehauftritt bekam, für den er eigens ein Ebbelwoi-Lied geschrieben hatte. Leider lief dann bei der Ausstrahlung der Sendung im anderen Fernsehprogramm ein Fußballspiel, sodass sich die Zuschauerzahlen in Grenzen hielten.

Doch so ist das Leben: Auf das Ebbelwoilied folgte das Handkäslied und im Laufe des Abends gab Weisbecker lustige, zum Teil wahre, zum Teil ein wenig geflunkerte Erzählungen, Lieder und Mitsinglieder sowie Gedichte zum Besten. So etwa die nette Geschichte eines Mannes mit Migrationshintergrund, der gerne Ebbelwoi trank und jahrelang statt „Apfelbaum“ immer „Ebbelwoibaam“ sagte.

Einige seiner Werke haben direkt oder indirekt mit Niederrad zu tun. So entstand der Hochhaus-Blues, weil Weisbecker in den 70er-Jahren von seiner Wohnung plötzlich nicht mehr über den Main, sondern auf ein Mainfeld-Hochhaus schauen konnte und musste. Und „Aan Tequila zuviel“, trinkt man natürlich auch im alten Niederrad. „Es ist schön, dass ich in Niederrad keine Worte erklären muss“, freute sich Weisbecker, denn die Konzertbesucher wissen alle, was eine „Volleul“, „dehaam“ oder der „Raddegiggl“ bedeutet.

Der Mundartdichter und Liedermacher hat ein liebevolles Verhältnis zu Niederrad und seinem Beruf: 1953 in Niederrad geboren, bleibt er für immer ein Niederräder. Und auch dem Gitarrespielen, das er nach dem Akkordeon mit 15 Jahren gelernt hat, bleibt er treu und spielte schon mit 17 mit Bluesbands im legendären Frankfurter Sinkkasten.

Weisbecker ist seit Jahren ein gefragter Künstler, der hessenweit zu sehen ist. Er tritt nicht nur solo, sondern auch mit anderen Kollegen auf. In Niederrad ist er zusammen mit Harald Will und Klaus Boll als „The Wisebaking Willbollys“ am Sonntag, 29. März, ab zwölf Uhr im Naturfreundehaus am Poloplatz zu sehen und hören.

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