Jugendliche diskutieren mit Geschäftsführung und Mitarbeitern des Jobcenters

Es geht um das Thema: Was ist Respekt?

Teilnehmer der Diskussion „Was ist Respekt?“ im Jugend-Jobcenter. Foto: p

Sachsenhausen (red) – „Frankfurt zeigt Respekt. Für jeden Menschen. Jeden Tag“: Die Wanderausstellung ist in diesen Wochen im Eingangsbereich des Jugend-Jobcenters zu sehen.

Passend dazu hatte das Jugendjobcenter im Hainer Weg 44 jüngst zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Respekt“ eingeladen. Der Präventionsrat der Stadt Frankfurt will mit der Kampagne dem Verlust von Respekt im alltäglichen Miteinander begegnen. Auf acht verschiedenen Plakatmotiven sind in flächigen Farben gemalt typenhafte Frauen und Männer zu sehen, die stellvertretend häufige Vorurteile, wie etwa unterschiedliches Aussehen, Alter, Herkunft oder Einstellung und dergleichen thematisieren. Durch provokative Fragen auf den Plakaten sollen die Betrachter zum Nachdenken angeregt werden.

Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters, hat die Ausstellung zum Anlass genommen, neue Wege der Begegnung zu gehen: Gemeinsam mit zehn Jugendlichen, die am Arbeitsförderungsprogramm der „Joblinge“ teilnehmen, diskutierten Czernohorsky-Grüneberg, Klaus-Dieter Strittmatter, Geschäftsstellenleiter des Präventionsrates, und Mitarbeiter des Jugendjobcenters darüber, was Respekt eigentlich bedeutet, welche Erwartungen jeder damit verbindet und warum Respektlosigkeit keinem weiterhilft.

„Der gegenseitige respektvolle Umgang zwischen unseren Kunden und unseren Mitarbeitenden ist wichtig. Denn nur, wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen und uns gegenseitig verstehen lernen, gelingt es, eine Basis zu schaffen, dass beide Seiten die Beratung als konstruktiv erleben“, bekräftigt Czernohorsky-Grüneberg. „Jeder erwartet, respektvoll behandelt zu werden. Und das zurecht. Doch wenn es darum geht, den anderen auch zu respektieren, dann sieht das oft anders aus“, sagt Strittmatter. Dies sei auch der Grund, warum die Stadt und der Präventionsrat mit diesen auffälligen und provokativen Plakaten jeden Einzelnen zum Nachdenken anregen wollen. Und dass Respekt jeden angeht, zeigt die rege Anteilnahme an der Diskussion: Die Jugendlichen zeigen im Gespräch, dass die Vorstellungen von respektvollem Verhalten vielfältig sind, alle sind sich aber einig, dass Respekt eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben ist.

Respekt im Wortsinn bedeutet: „noch einmal hinschauen“ – auf Situationen, Menschen, Begegnungen. Die Mitarbeiter des Jobcenters und die Jugendlichen hatten in dieser Runde die Gelegenheit, sich neu zu begegnen.

Dass beide Seiten es ernst meinen und respektvoll miteinander umgehen wollen, zeigte der disziplinierte Ablauf der Diskussion. Jeder ließ den anderen ausreden. Auch dass die Diskussion überhaupt zustande gekommen ist, zeigt, wie wichtig Respekt für alle ist.

Klaus-Dieter Strittmatter freut sich, dass die Ausstellung zu einem Gesprächsformat wie diesem angeregt hat. Er bedankt sich bei allen Beteiligten für die bereichernde Diskussion. Claudia Czernohorsky-Grüneberg sieht sich bestätigt, dass persönliche Begegnungen den gegenseitigen Respekt und Verständnis fördern.

„Die Chance sich außerhalb des gewohnten Kontextes gemeinsam mit dem Thema Respekt auseinanderzusetzen, hat sehr zum Nachdenken angeregt. Wir haben gemerkt, wie wertvoll es sein kann, kurz innezuhalten und gemeinsam zu reflektieren, was für einen respektvollen Umgang wichtig ist. Es hilft, miteinander zu reden und den Humor nicht zu verlieren!“, sagt Christiane Schubert, stellvertretende Regionalleiterin der Joblinge Frankfurt Rhein-Main.

Die Wanderausstellung ist bis Ende November zu sehen. Danach kann sie von städtischen Ämtern, Betrieben oder Firmen gebucht werden. Kontakt und weitere Informationen dazu gibt es bei der Geschäftsstelle des Präventionsrats unter Z 069 21235443 oder per E-Mail: praeventionsrat@stadt-frankfurt.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare