Experten diskutieren auf dem Uni-Campus Westend über Ultrafeinstaub

Wie gefährlich ist der unsichtbare Feind?

Professor Dr. Thomas Schmid (von links), Oliver Quilling und Thomas Jühe sprechen im Casino der Goethe-Universität über die Belastungen von Ultrafeinstaub. Foto: Mohr

Westend/Flughafen (zmo) – Die Medienberichte über den Feinstaub in der Luft, der zu einer Belastung für die Gesundheit geworden ist, treibt derzeit zahlreiche Experten zu deutschlandweiten Auftritten in die Hörsäle von Universitäten und in Fernsehstudios.

Nicht, dass mit der Feinstaubbelastung schon genug Luftverschmutzung entstanden ist, mit Ultrafeinstaub (UFP) kommt nun noch eine höhere und unbekanntere Stufe gesundheitsschädlicher Stäube hinzu.

Im Casino der Goethe-Universität, Campus Westend,, waren vergangene Woche Experten aus der Umgebung Frankfurts zu Gast, um über dieses Thema zu informieren.

„Vom Forum Flughafen und Region (FFR) werden seit zehn Jahren Messungen durchgeführt, die uns Ergebnisse über die Luftverschmutzung in und um Frankfurt liefern. Extrem gesundheitsgefährdend, so zeigen es die neuesten Ergebnisse, scheint derzeit der Ultrafeinstaub zu sein. Hier gibt es deutliche Erkenntnisse, dass dafür der Luftverkehr, beziehungsweise der gesamte Flughafenbetrieb ursächlich ist. Um hier verlässliche Aussagen zu bekommen, intensivieren das FFR und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zurzeit die Ultrafeinstaub-Messungen im Rhein-Main-Gebiet. Wir leisten damit deutschlandweit Pionierarbeit“, sagt Oliver Quilling, Landrat des Kreises Offenbach und Vorstand des FFR. Professor Dr. Thomas Schmid, Präsident des (HLNUG), ergänzte: „Wir müssen die Ultrafeinstaub-Messungen um den Frankfurter Flughafen weiter ausbauen, um ein belastbares Bild davon zu bekommen, wie weit die Immissionsbelastungen reichen und in welchem Umfang einzelne Frankfurter Stadtgebiete sowie Gemeinden rund um den Flughafen davon betroffen sind.“ Insbesondere für Menschen mit Vorerkrankungen, für Ältere und Kinder sei Feinstaub eine Belastung.

Ultrafeine Partikel entstehen vor allem bei Verbrennungsvorgängen. Das können Waldbrände oder Vulkanausbrüche sein. Zu den Hauptquellen gehören allerdings der Straßen- und Flugverkehr, Kraftwerke, Heizungs- und Industrieanlagen, aber auch die Verbrennung von Holz und Biomasse. In abgasbelasteten Gebieten machen sie 90 Prozent aller Luftpartikel aus.

Aufgrund ihrer geringen Größe können die ultrafeinen Partikel tiefer in die Atemwege eindringen als größere Staubpartikel. Sie gelangen in Bereiche, aus denen sie nicht wieder ausgeatmet werden können und somit über die Lungenbläschen in die Blutbahn gelangen. Die gesundheitlichen Folgen sind bislang kaum erforscht.

Mediziner gehen davon aus, dass ultrafeine Partikel gesundheitsschädlicher sind als Feinstaubpartikel. Toxikologische Studien sind noch am Anfang, weisen aber schon jetzt auf Beeinträchtigungen des Atmungs- und Herz-Kreislaufsystems hin.

„Mit Experten sollen künftige Untersuchungen auf eine solide Basis gestellt werden, um damit die Verbreitung und Wirkung von Ultrafeinstäuben näher untersuchen zu können“, sagt Thomas Jühe, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Fluglärmkommissionen (ADF).

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