Bündnis Akzeptanz

Für Freiheit und Vielfalt: Stände klären an Hauptwache auf

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Christian Gaa und Josefine Liebing setzen auf Aufklärung, um Ablehnung gegenüber homo-, bi-, inter-, trans- und asexuellen Menschen ein Ende zu setzen.

Innenstadt (nma) – Diskriminierung ist allgegenwärtig: Dagegen setzt sich das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt ein.

Die Organisation hatte sich deshalb zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit (Idahobita) ein buntes Programm ausgedacht. Die Frankfurter Hauptwache bot dafür am Freitag die perfekte Kulisse. Rund 80 Frankfurter Organisationen, die sich in verschiedensten Formen für die Rechte und gegen die Diskriminierung von Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellen einsetzen, bilden das Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt. „Es geht uns mit diesem Tag heute um Solidarität, um Menschlichkeit und darum, verschiedene Lebensmöglichkeiten sichtbar zu machen“, erklärt Josefine Liebing, die die Veranstaltung auf der Hauptwache mit organisiert hat.

Während auf der Bühne noch Soundchecks stattfinden und allerlei Material für die Veranstaltung angeliefert wird, herrscht an den ersten Ständen an der Hauptwache schon Betrieb. Vor Ort ist etwa die Hessische Aidshilfe mit ihrem Präventionsprojekt „Hessen ist geil“.

Weitere Stände beschäftigen sich mit dem Thema Diskriminierung: Eine traurige Alltäglichkeit für Menschen, deren Sexualität nicht dem traditionellen Mann-Frau-Bild entspricht. „Schwuchtel ist an Schulen immer noch das Schimpfwort Nummer eins“, erklärt Christian Gaa dazu. Er ist Pressesprecher des Bündnis Akzeptanz und Vielfalt. „Die Kinder wissen natürlich nicht, was sie da sagen“, relativiert er. Doch sei die Existenz eines solchen Schimpfwortes symptomatisch für eine Gesellschaft, in der diese Themen noch sehr ungeklärt seien.

Erst 1990 wurde Homosexualität beispielsweise aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation gestrichen. Genauer gesagt am 17. Mai 1990. Deshalb habe man sich dieses Datum für den Idahobita ausgesucht: „Am Nachmittag beginnt ein Lovewalk zur Kranzniederlegung am Frankfurter Engel am Klaus-Mann-Platz, gefolgt von einer Gedenkveranstaltung dort mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten und der Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main“, erläutert Gaa. Der Frankfurter Engel steht als Mahnmal für die Homosexuellenverfolgungen im nationalsozialistischen Deutschland.

Dass in Frankfurt nun Stolpersteine für von den Nazis umgebrachte Homosexuelle gelegt werden, sehe er positiv. „Es geht uns heute um Bildung, um Aufklärung und ganz allgemein darum, ein Zeichen zu setzen – gegen Menschenfeindlichkeit“, sagt Gaa. In Zeiten, in denen eine Partei wie die AfD versuche, alle Seiten gegeneinander aufzuhetzen, sei Zusammenhalt wichtiger, denn je. Deshalb freue er sich auch, dass die Auftaktveranstaltung des Idahobita am Nachmittag gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Hessen Nassau (EKHN) in der Katharinenkirche stattfinde. Am Abend sollte eine Menschenkette mit politischen Statements Solidarität symbolisieren, auch Landes-Integrationsminister Kai Klose hielt am Abend noch eine Rede an der Hauptwache. „Unsere Veranstaltung wird in jedem Jahr größer und das freut uns unglaublich“, sagt Gaa. „Es ist wichtig, so zusammenzustehen.“

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