Ein Platz für die Gingolds

Zu Ehren der Kämpfer für den Antifaschismus

Niederrad (red) – Bei einer Gedenkstunde am Samstag, 9. März, ab 15 Uhr soll in der Reichsforststraße am Zugang zur Neuwiesenstraße eine symbolische Platzbenennung nach den beiden antifaschistischen Widerstandskämpfern Ettie und Peter Gingold stattfinden.

Angeführt von der Gingold-Erinnerungsinitiative drängen Frankfurter Bürger bereits seit geraumer Zeit darauf, den kleinen Platz zwischen Neuwiesentraße und Reichsforststraße, in der die Gingolds lebten, nach ihnen zu benennen. Damit sollen ihre „Leistungen als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und als Aufklärer gegen Nationalismus, Menschenfeindlichkeit und Antisemitismus“ gewürdigt werden, zugleich „zur Mahnung an die heute und morgen hier Lebenden, jederzeit und überall für Menschlichkeit, Frieden und Demokratie einzutreten, damit sich Verhältnisse wie zur Zeit der Naziherrschaft niemals wiederholen. “.

Als Sohn jüdischer Eltern und junger Kommunist war Peter Gingold bald nach Beginn der Naziherrschaft zur Flucht gezwungen. Er folgte Ende 1933 seiner Familie ins Exil nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht schlossen er und seine Frau Ettie sich der Widerstandsbewegung Resistance an, um an der Befreiung vom Faschismus mitzuwirken. Nach 1945 engagierten sich beide bis zu ihrem Tode unermüdlich gegen jede Art von Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus. Die Stadt Frankfurt würdigte ihr antifaschistisches Engagement mit der Verleihung der Johanna-Kirchner-Medaille.

Unterstützt wird das Anliegen „Ein Platz für die Gingolds“ von mehr als 130 Personen und dreißig Organisationen und Institutionen aus dem Rhein-Main-Gebiet, darunter mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie Leitungsmitglieder aus Parteien, Gewerkschaften, Verbänden und Jugendorganisationen, sowie Wissenschaftler und Künstler. Unter ihnen befinden sich Otti Altmann, Karin Benz-Overhage, Micha Brumlik, Jutta Ebeling, Martina Feldmayer, Roland Frischkorn, Robert Gilcher, Marlis Gutmann, Petra Korn-Overländer, Jürgen Lamprecht, Emil Mangelsdorff, Benno Mayer, Meron Mendel, Ulli Nissen, Benjamin Ortmeyer, Uli Riedel, Axel Seiderer, Waltraud Umbach und Turgut Yüksel.

Zu den dreißig Organisationen und Institutionen, die das Begehren unterstützen, gehören DGB, GEW und Verdi, das Fritz Bauer Institut, der Studienkreis Deutscher Widerstand, die Natur-Freunde, die Initiative Kirche von unten, die Lagergemeinschaft Auschwitz, Gegen Vergessen – Für Demokratie, Offenes Haus der Kulturen, Freies Schauspiel Frankfurt, Bunt statt Braun Offenbach, das Wiesbadener Bündnis gegen Rechts und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Aus Paris, wo Ettie und Peter Gingold in der Zeit ihrer Emigration gelebt haben, unterstützen Beate und Serge Klarsfeld das Projekt.

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