Umwelthilfe übergibt Petition an Nestlé

Schauspieler und Aktivist Hannes Jaenicke unterstützt bei Protestaktion in Niederrad

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Nestlé-CEO Marc Honold (von links) im Gespräch mit Schauspieler Hannes Jaenicke und Barbara Metz von der Deutschen Umwelthilfe.

Verhärtete Fronten gibt es zwischen der Deutschen Umwelthilfe und der Firma Nestlé. Doch hatte sich die DUH nun am Freitag prominente Hilfe geholt, um eine Unterschriftenliste zu übergeben, die den Lebensmittelhersteller zum Nachdenken anregen soll. Denn den Aktivisten missfällt die Verschmutzung der Meere durch Einwegplastikflaschen.

Niederrad –  Die Deutsche Umwelthilfe und Schauspieler Hannes Jaenicke sind gut vorbereitet, doch auch Nestlé hat sich für die Protestaktion einen Schlachtplan überlegt. Zahlreiche Medienvertreter sind vor Ort, als sich die Aktivisten am Firmensitz von Nestlé Deutschland in Niederrad sammeln, und sehen viele Mitarbeiter des Unternehmens. „Aus alt mach neu“ steht auf Schildern – immer im Blickfeld der Kameras gehalten.

„Unser Planet versinkt im Plastikmüll. Nestlés Produktpolitik mit Vittel-Einwegflaschen, die auch noch von Frankreich nach Deutschland transportiert werden, ist ein ökologischer Super-Gau. Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe werden wir die Konzern-Verantwortlichen vor Ort mit den mehr als 135.000 Unterschriften konfrontieren, und fordern, dass sie den Wunsch der Verbraucher ernst nehmen und auf Mehrweg und regionale Quellen umsteigen“, fasste Jaenicke bereits im Vorfeld des Protests die Grundidee zusammen. Vor laufenden Kameras erklärt er vor Ort: „Wir möchten heute einen Appell an Nestlé richten, die Verpackungspolitik zu ändern. Hauptsächlich werden Einweg-Flaschen verkauft, wir wollen zu mehr Mehrwegflaschen anregen. Dass Nestlé heute mit uns sprechen will, halte ich für ein gutes Zeichen“, sagt der Schauspieler und macht sich mit der Unterschriftenliste auf den Weg zum Haupteingang. 138.710 Unterschriften sind es genau, die er und die Umwelthilfe an Marc Honold, Geschäftsführer Nestlé Waters, übergeben wollen. Dieser empfängt die Aktivisten vor dem Haupteingang der Firma, man begrüßt sich freundlich, doch sind die Fronten verhärtet.

Frankfurt Niederrad: DUH mit Protestaktion gegen Nestlé

Die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz, konfrontiert den CEO mit entsprechenden Zahlen, erklärt den Standpunkt der Deutschen Umwelthilfe. Beide Parteien stürzen sich sofort in eine inhaltliche Diskussion, moderiert von Hannes Jaenicke, die allerdings leider im extrem starken und schneidend kalten Wind nicht annähernd das Umfeld erhält, dass dieses Thema eigentlich benötigt. Argumente für und gegen PET-Flaschen werden ausgetauscht, Honold verweist auf die bestimmten Flaschen von Vittel, welche laut Nestlé zu einhundert Prozent aus recyceltem Material bestehen, kontert die Zahlen der DUH mit eigenen Zahlen. Klar wird jedoch schnell: Dieses global so wichtige Thema kann nicht im kalten Wind vor den Türen der Nestlé-Zentrale bis zum Schluss ausdiskutiert werden.

So erklärt der Nestlé-CEO: „Der Dialog ist wichtig und er muss geführt werden.“ Seine Firma sei weiterhin gesprächsbereit bei diesem global so wichtigen Thema. In einer Pressemitteilung informiert Nestlé nach der Unterschriftenübergabe über die eigene Plastikproduktion. Bis 2025 solle der Anteil der recycelten PET-Flaschen auf fünfzig Prozent steigen, heißt es darin. Das Unternehmen wolle demnach in Höhe von zwei Milliarden Euro in Recycling und Nachhaltigkeit investieren. Die Aktivisten der Deutschen Umwelthilfe haben jedenfalls keine Berührungsängste und werden weiterhin ein Auge darauf haben, wie Nestlé mit den Verpackungen umgeht.

(nma)

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