Frankfurt im Druck

Jugendliche und ihre Eindrücke von der Stadt

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Beatrice Assfalg mit Urkunde, dahinter Alexander Tilgner, rechts Kerstin Lichtblau und die Teilnehmenden des Schulkünstlerprojekts.

Goldstein (jf) – Die Skyline im rechten Winkel, ihr gegenüber eine Häuserfront mit Graffiti. „My story . . . “ steht dazwischen.

Der Messeturm in Pink, verzerrt die Deutschherrenbrücke. Eine stürzende Paulskirche. „We repair what your Husband fixed“, verspricht der Werbeslogan von Klempnern. Ineinander verwoben der Bahnhof, Fassaden, Himmelblau. #bruder muss los. Die Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen, in Frankfurt sind der Figur nicht die Augen verbunden. „Die wahre Freiheit ist nichts anderes als Gerechtigkeit“ ist zu lesen. Oder: „Stadt für alle“ zwischen Brücken, Hochhäusern, Baukränen.

An der Wand im Bibliotheksflur der Carl-von-Weinberg-Schule hängen zwölf quadratische Siebdrucke. Sie sind ein Ergebnis des 17. Schulkünstlerprojektes an dieser Bildungseinrichtung unter dem Titel „Frankfurt – Bilder einer Stadt. Siebdruck und Malerei“. Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ermöglichten diese künstlerische Beschäftigung außerhalb des Unterrichts unter der Leitung von Kerstin Lichtblau.

Die Künstlerin wurde von Damaris Moog und Alexander Tilgner unterstützt. Zwölf Neuntklässler beteiligten sich. Zuerst diskutierten sie über das, was einem bei Frankfurt zuerst auffällt. Vielfach wurde die Skyline genannt. Was aber verbindet man ganz persönlich mit der Mainmetropole? Und gibt es möglicherweise einen passenden Text dazu?

Einmal in der Woche beschäftigten sich die Jugendlichen mit dem Projekt, abwechselnd war die Kunstpädagogin, Kunstwissenschaftlerin und Städelschülerin Kerstin Lichtblau dabei. Seit 2013 hat sie einen Lehrauftrag für künstlerischen Siebdruck an der Goethe-Universität. Eine beeindruckende Technik, mit der sich die Jugendlichen bekannt machten.

„Bei den Mädchen und Jungen ist schon viel da, man muss es nur wecken“, urteilte Alexander Tilgner. Auf Exkursionen, darunter auch in das Atelier der Künstlerin, bekamen die Teilnehmenden einen neuen Blick auf die Stadt und die Möglichkeiten des Siebdrucks.

Es ist Lichtblaus erstes Schulkünstlerprojekt, Erfahrungen brachte sie aus der Arbeit in der Jugendkunstwerkstatt Gallus mit. „Es sind richtig gute Arbeiten geworden. Die Jugendlichen, die zunächst skeptisch waren, sind jetzt stolz“, sagte die Künstlerin. Über mehrere Wochen sind die Bilder entstanden, mehrere Siebe wurden für ein Bild benötigt.

Auch Schulleiterin Inge Gembach-Röntgen gefällt die kleine Ausstellung: „Die Kunstwerke sind hervorragend gelungen.“ Teilnehmerin Emily Hirsch erklärte: „Wir haben eine Menge über Fotografie, Siebdruck und den Aufbau von Plakaten gelernt.“ Zwar seien ganz unterschiedliche Motive ausgewählt worden, aber alle hatten ein Ziel: Die eigene Stadt darzustellen und seine persönliche Sicht darauf zu zeigen.

Beatrice Assfalg von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse hat eine große Urkunde mitgebracht und Farbstifte zum Unterschreiben. Diese Urkunde bekommt nun auch – wie die Drucke – einen Ehrenplatz in der Schule.

Ein ganz besonderes Angebot unterbreitete eine Dame: „Zeigt doch die Bilder zur Goldsteiner Hobbykünstlerausstellung vom 8. bis zum 10. Juni im Bürgerhaus!“ Was für eine tolle Möglichkeit. Das sieht auch Alexander Tilgner so: „Ich bin tierisch stolz auf euch!“

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