Platz für 200 Menschen

Diakonisches Werk übernimmt Flüchtlingsunterkunft

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Die Flüchtlingsunterkunft im Stadtwald in Niederrad.

Niederrad (zmo) – Früher war es einmal ein Schwesternwohnheim, in das 2014 die ersten Flüchtlinge ziehen konnten. Dann kam das unmittelbar angrenzende Bürgermeister-Menzer-Haus dazu, dass als Altenhilfezentrum keine Zukunft mehr hatte und ebenfalls Flüchtlingsunterkunft wurde.

Und somit fanden im Stadtwald zwischen dem Frankfurter Golfclub und der Commerzbank Arena mehr als 200 Menschen – davon 100 Kinder – aus vielen Ländern eine vorübergehende Heimat. „Nachdem der Frankfurter Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Betreuung von Flüchtlingen aufgegeben hat, sind wir jetzt sehr froh darüber, dass das Diakonische Werk den Betrieb reibungslos übernommen hat“, sagte Stadträtin Daniela Birkenfeld beim „Nachbarschaftsfest in der Flüchtlingsunterkunft“ am Poloplatz in Niederrad. Das derartige organisatorische Wechsel in der Regel mit Entlassungen von Personal verbunden sind, konnte offenbar verhindert werden.

„Mehrere Mitarbeiter sind von der Awo zum Diakonischen Werk gewechselt und haben damit die Kontinuität der Betreuung sichergestellt“, zeigt sich die Stadträtin zufrieden. Das Team hatte sich in den vergangenen Wochen gut eingespielt. Und so wollte sich nun der neue Unterkunftsbetreiber mit einem kleinen festlichen Nachmittag in der Unterkunft in Niederrad vorstellen.

Der Leiter des Diakonischen Werkes, Michael Frase, zeigte sich ebenfalls zufrieden und lobte vor allen Dingen die hohe Leistungskompetenz der Teams, die sich zukünftig um die Asylbewerber kümmern werden. „Die Übernahme von der Awo an die Diakonie gelang geräuschlos, was auch der guten kooperativen Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden und Organisationen zu verdanken war“, sagte Frase in seiner Begrüßungsansprache.

Obwohl die Anzahl von Asylbewerbern rückläufig ist, muss die Stadt Frankfurt fast 5000 Geflüchtete unterbringen. Die Hälfte davon sind bereits schutz- und bleibeberechtigt, finden aber auf dem sowieso schon äußerst angespannten Frankfurter Wohnungsmarkt keine dauerhafte Bleibe.

Hier sei auch kaum eine Verbesserung der Situation zu erwarten. Oft kommt auch hinzu, dass Eigentümer von Gebäuden ihre vermieteten Räumlichkeiten anderweitig nutzen wollen und die dort wohnenden Flüchtlinge umgesiedelt werden müssen. Tatsache ist auch, dass mehr als 800 Flüchtlinge in Hotels und Pensionen untergebracht sind. Für sie Alternativen zur Verfügung zu stellen, ist fast unmöglich. „Die Situation ist für alle Beteiligten sicher nicht einfach. Aus diesem Grunde möchte ich mich noch einmal ganz besonders bei all unseren Partnern, vor allem aber auch bei den Mitarbeitern der Diakonie hier in der Unterkunft am Poloplatz bedanken, die die Geflüchteten begleiten und sie auch bei der Integration und bei Fragen des täglichen Lebens unterstützen werden.“ Mit diesen Worten beendete die Stadträtin die Begrüßung des neuen Trägers und wünschte allen ein angenehmes gemeinsames Nachbarschaftsfest.

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