Migranten zeigen ihre handwerklichen Fähigkeiten in der Oranienstraße

Zwei Bänke für das Kinderzentrum

Die Kleinen freuen sich über die neue Bank in ihrer Anlage des Kinderzentrums Oranienstraße in Heddernheim. Foto: Mohr

Heddernheim (zmo) – Im Kinderzentrum in der Oranienstraße ist in der Regel immer viel los, dafür sorgen allein schon die 70 kleinen „Bewohner“, die im idyllischen alten Ortskern von Heddernheim pädagogisch betreut werden.

In der vergangenen Woche wurde das Tagesgeschehen mit der Einweihung stabiler Holzbank-Garnituren allerdings für eine Weile unterbrochen.

„Über das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW) haben uns junge Migranten im Rahmen eines Projektes zwei Holzbänke gefertigt, die unsere Kinder nun in vielfältigen kreativen Spielsituationen nutzen können“, sagte die Leiterin der Kita, Iris Butz-Riess, die diese Unterbrechung des Alltags dann auch gerne hinnahm. Vertreter des Bildungswerkes, Kita-Betreuer der Stadt Frankfurt und Mitarbeiter des Kinderzentrums wollten mit ihrer Anwesenheit dann auch das Engagement der maßgeblich beteiligten Hauptakteure würdigen, die mit sehr viel Geschick die Bänke hergestellt haben.

„Das Bildungswerk führt gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Bad Homburg und Frankfurt Bildungsmaßnahmen durch und unterstützt mit dem Projekt „Perspektiven für Migranten“ (PerMig), junge Erwachsene und Jugendliche dabei, sich im deutschen Schul- und Ausbildungssystem zurechtzufinden und sie zu ermutigen, durch selbstständige Arbeit die notwendige Praxis zu erreichen“, erklärte Bildungswerk-Mitarbeiterin Cornelia Diete die Arbeit ihrer Institution.

Zur Zielgruppe von PerMig gehören in erster Linie junge Menschen unter 35 Jahren, die perspektivisch eine berufliche Ausbildung anstreben. Dazu gehören auch Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang, anerkannte Flüchtlinge, Migranten mit „fehlender Orientierung oder fehlender Motivation“. Unterstützung finden auch Ausländer, die im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland gekommen sind und die erforderliche Aufenthaltserlaubnis besitzen. Vorausgesetzt wird von allen, dass sie die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und Sprachkenntnisse der Klasse A1 vorhanden sind.

Das Ziel ist für alle gleich: Orientierung im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem, Zugangswege zum Arbeitsmarkt, Ausbildungsaufnahmen, oder Erweiterung und Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse. Eine individuelle Teilnehmerdauer beträgt in der Regel sechs bis acht Monate mit wöchentlich 30 Stunden.

Für die Kinder des Heddernheimer Zentrums bedeutete dieser Tag der Einweihung nicht nur eine willkommene Abwechslung durch die vielen „wichtigen“ Besucher, sondern es gab natürlich auch Kuchen und Kakao und in den weitläufigen und großzügig eingerichteten Räumlichkeiten konnte ungestört herumgetollt werden.

Ein wenig disziplinieren mussten sie sich nur für den Fototermin. Die beiden Holzbänke gehören nun auf jeden Fall zu den beliebtesten Plätzen des Horts.

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