Gemischte Gefühle bleiben

Übergangsunterkunft für Flüchtlinge fertig

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Die neue Flüchtlingsunterkunft: 90 Personen werden dort ein neues Zuhause haben.

Harheim (zmo) – Es musste eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, bis das Rote Kreuz und die „Stabsstelle Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge“ den Harheimer Bürgern die Sorge über den Zuzug von 90 Flüchtlingen zumindest lindern konnte.

Bei der Besichtigung der neuen Unterkünfte, zu der auch die Bürger eingeladen wurden, hatte sich der massive Widerstand der Anwohner, der zu Beginn der Planungen herrschte, offenbar ein wenig gelegt. Waren die Zugeständnisse oder die Kompromisse der Grund dafür? War es die Enttäuschung oder einfach Resignation? Die Anwohner hatten da unterschiedlichste Antworten: „Was sollen wir machen, die Stadt hat es nun einmal beschlossen, wir müssen es hinnehmen. Warten wir es einfach mal ab, was auf uns zukommen wird“, gehörte allerdings zu den häufigsten Ansichten zum Thema Zuzug. „Wir haben viele Gespräche mit den Bewohnern Harheims geführt. Es gab runde Tische, an denen Zugeständnisse und Kompromisse vereinbart wurden. Wir haben bauliche Veränderungen vorgenommen. Statt der ursprünglich geplanten modularen Holzbauweise, haben wir dem Wunsch der Anwohner entsprochen und die Übergangsunterkünfte in Festbauweise erstellt und damit ein besseres Gesamtbild der Siedlung erreicht“, glaubt Horst Dörr, Leiter der Stabsstelle, zumindest einige Unsicherheiten der Bürger ausgeräumt zu haben.

Horst Dörr, Leiter der Stabsstelle Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge und Dierk Dallwitz, Geschäftsführer des DRK Bezirksverbands Frankfurt, präsentieren die neuen Häuser.

Ähnlich sieht es Dierk Dallwitz, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Frankfurt. „Unsere Mitarbeiter werden sich in verstärktem Maße um Integration und Betreuung der Flüchtlinge kümmern. Rund um die Uhr wird mindestens ein Mitarbeiter vor Ort sein“, verspricht er den anwesenden Anwohnern, die zur Besichtigung der Wohnungen gekommen sind. Neben den Übergangsunterkünften für die Flüchtlinge hat das Rote Kreuz zusätzlich 24 barrierefreie Wohnungen für Senioren errichtet. Auch hier erhofft man sich in der Zukunft einen regen, interkulturellen Austausch zwischen Senioren und Flüchtlingen.

Insgesamt werden ab Februar 19 Familien mit insgesamt 90 Personen, davon 40 Kindern, aus verschiedenen Ländern wie Eritrea, Irak, Iran, Syrien, Somalia oder Afghanistan die neuen Nachbarn des Neubauviertels Im Niederfeld sein. Die rund 50 Quadratmeter großen Wohnungen sind relativ einfach eingerichtet. Es gibt eine kleine Küche, Betten, einen kleinen Schrank, einen Tisch und im Keller steht den Bewohnern eine Waschmaschine und ein Trockner zur Verfügung. Geplant ist, dass die Neuankömmlinge so lange bleiben, bis sie ein eigenständiges Leben führen können.

An den Wohnkosten müssen sie sich erst beteiligen, wenn sie einen Arbeitsplatz gefunden haben oder wenn ihnen andere finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dass dies mehr ein frommer Wunsch ist, das weiß sowohl das Rote Kreuz als auch die Stabsstelle für Flüchtlinge in Frankfurt. Aus diesem Grunde wird auch kein fester Zeitraum über die Nutzung der Wohnungen festgelegt.

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