Hoffnung für Ratsuchende

Sozialberatung eröffnet und Räume geweiht

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Pfarrer Hanns-Jörg Meiller weiht die Räume der Allgemeinen Sozialberatung, links daneben Laura Bastian.

Nordweststadt (jf) – Manchmal sind Probleme wie ein verwickeltes Wollknäuel, einzelne Fadenenden sind zu sehen – aber wo ist der Anfang? Diesen zu finden und Ordnung in das Chaos zu bringen – dabei will ab sofort die Allgemeine ehrenamtliche Sozialberatung in der Eltern- und Jugendberatungsstelle Ernst-Kahn-Straße 49a mit 13 Beratern helfen.

Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der katholischen Pfarrei Sankt Katharina von Siena und der Caritas. „Das Gebäude gehört der Kirchengemeinde. Seit 1966 wird hier Unterstützung für Kinder, Eltern und Familien angeboten“, erläutert Michael Kraus, Leiter der Eltern- und Jugendberatungsstelle der Caritas. .

Die Allgemeine Sozialberatung ist ein neues Angebot mit eigenen Kräften. „Wir arbeiten hervorragend mit der Caritas zusammen. Alle ehrenamtlich Beratenden sind mutig und beteiligen sich“, sagt Laura Bastian, Vorsitzende des Sozialausschusses der Gemeinde. Die Berater wurden von Sigrid Bender gut geschult: „Es geht neben Gesprächsführung, sozialrechtlichen Kenntnissen, Team- und Konfliktfähigkeit um die Haltung der ehrenamtlichen Sozialberater, sie sollen den Ratsuchenden auf Augenhöhe begegnen“, erläutert die Fachfrau.

Lisa Gerdom von der Caritas verweist darauf, dass es mit diesem Angebot nun zwölf Allgemeine Sozialberatungen im Stadtgebiet gibt. „Wir haben dabei die Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, dem Quartiersmanagement und den Sozialbezirksvorstehern zu schätzen gelernt“, unterstreicht Gerdom. Schließlich kenne sich die Kirchengemeinde vor Ort am besten aus und weiß, wo Unterstützung gebraucht wird. Damit übernehme sie eine starke Verantwortung. Gerdom hatte zur Eröffnung Schokolade und Nüsse mitgebracht – zur Unterstützung der Nervenstärke des ersten, immer zweiköpfigen, Beraterteams Ellen Aumüller und Wilfried Jahn. Pfarrer Hanns-Jörg Meiller versicherte: „Die Kirche ist bei den Armen und Bedrängten. Bedrängnis kann man aber nicht mit dem Hartz IV-Satz beschreiben. Es ist eine Situation, in der ein Mensch fühlt, dass es knapp wird mit Chancen, Geld und sozialen Beziehungen.“ Das habe auch mit Angst zu tun. „Doch wo Hoffnung beginnt, ist Angst auf dem Rückzug. Wir wollen Menschen helfen, die sich auf die Kante eines Abgrundes gestellt fühlen.“

„Diese Aufgabe erfordert Kraft“

Der Pfarrer weihte anschließend die Räume. Sigrid Kemmler von der katholischen Familienbildung hatte zwei Knäuel mitgebracht, ein blaues, total verwirrtes, und ein rotes, ordentlich aufgerolltes. „Wir in der Familienbildung können zunächst die Lage einschätzen, die Fäden sortieren, Erste Hilfe leisten. Dann ist die Allgemeine Sozialberatung an der Reihe“, sagte sie und schenkte den Beratern Honig „mit der Wärme des Sommers“.

Frauke Reinhardt, Sozialbezirksvorsteherin in Heddernheim, weiß: „Diese Aufgabe erfordert Kraft.“ Sie hoffe auf eine gute Zusammenarbeit. Barbara Steffan, Soziale Arbeit in der Pfarrei und Mitglied des Pastoralteams, kennt die Probleme der Ratsuchenden: „Es geht oft um das Ausfüllen von Formularen, darum, Anträge zu stellen. Viele strecken die Segel, wenn sie so viel Papier vor sich sehen. Mitunter sind wichtige Unterlagen nicht mehr auffindbar. Dann wird es schwierig.“

Die 13 Berater sind ein gemischtes Team, Frauen und Männer ganz unterschiedlichen Alters und verschiedener Berufe. Nicolle Adamczyk (24) gehört ebenso dazu wie Renate Nelson (72). „Lebenserfahrung ist genauso wichtig, wie die Entwicklung neuer Ansätze“, betont Steffan. Die Allgemeine Sozialberatung in der Ernst-Kahn-Straße 49a ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Wer Infos und Hilfe braucht, oder sich aussprechen will, kann das Angebot ohne Anmeldung annehmen.

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