Raumpiloten in der Nordweststadt

Römerstadtschule: Wie Kinder ihren Stadtteil sehen

Stefanie Käse muntert die kleinen Raumpiloten auf, von ihren Erlebnissen zu erzählen. Fotos: Mohr

Nordweststadt (zmo) – Raumpiloten in der Nordweststadt: Das hört sich ein bisschen nach Science-Fiction an, gehörte aber zur Workshopreihe der „Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung Frankfurt“ (BSMF), an der zahlreiche Hortkinder der Römerstadtschule teilnahmen.

Das Ziel dabei ist, Kinder und Jugendliche als „Stadtteilexperten“ für Entwicklungsprozesse einzubeziehen und ihnen die Arbeit von Stadtentwicklern näherzubringen. Dazu gehört auch die kreative Auseinandersetzung mit dem Kultur- und Sozialraum als methodischem Ansatz. .

„Wir möchten wissen, wie Kinder aus ihrer Sicht den Stadtteil erleben. Wie sie den Alltag auf dem Weg zur Schule oder in der Freizeit sehen. Welche Probleme es gibt, wo es gefährlich für sie ist, was sie geändert haben wollen, wie sie ihre Spielplätze bewerten und eine Menge mehr“, erklärt die Quartiersmanagerin Janina Korb die Ziele dieses Projekts.

Eine Woche lang wurden die kleinen Experten auf ihrer Erkundungstour von Stefanie Käse, einer professionellen Workshopleiterin, und weiteren Mitarbeitern der Schule begleitet. Es wurden zahlreiche Plätze in der Nordweststadt aufgesucht, von den Kindern begutachtet, bewertet und die Erkenntnisse nun am späten Nachmittag dem Ortsbeirat und Eltern vorgetragen. Stefanie Käse moderierte die Ergebnisse und forderte die kleinen Experten auf, mitzuteilen, was sie erlebt hatten.

Im voll besetzten Mehrzweckraum in der Römerschule erklärten sie dann recht engagiert, was ihnen in ihrer Umgebung so alles aufgefallen ist. Da wurde häufig auf Spielplätze hingewiesen, auf die „Erwachsene“ ihren Sperrmüll geworfen hatten oder sich in vielen Sandkästen Hundekot befindet. Kaputte Spielgeräte, volle Papierkörbe und fehlende Ampeln an wichtigen Verkehrsstraßen sind ebenso aufgefallen wie Turngeräte, an denen Stangen fehlten oder Seile zu hoch angebracht waren, sodass sie nicht erreicht werden können.

Dass Kinder auch ganz bestimmte Vorstellungen haben, wie Spielplätze aussehen könnten, zeigte ein kleines selbst gebasteltes Modell mit Bänken, Spielgeräten und Sandkisten, welches sie der Moderatorin Stefanie Käse und den Besuchern erklärten.

Nun war aber aus Sicht der Kinder auch nicht alles schlecht: Die beiden Spielplätze an der oberen Oberfeldstraße und in der Hadrianstraße, direkt an der Nidda, bekamen ordentlich viel Lob.

Dass an diesem Nachmittag mehrere Ortsbeiräte anwesend waren, zeigte auch das Interesse der Politik an den Vorstellungen, den Sorgen und Nöten der kleinen Stadtteilbewohner. Katja Klenner (CDU) telefonierte noch während der Präsentation mit dem Grünflächenamt, erklärte dort die Probleme in der Nordweststadt und erhielt umgehend einen Termin, um gemeinsam mit den Kindern zu einem Gespräch zusammenzutreffen. „Besser hätte dieser Nachmittag ja nicht enden können“, sagte Ortsvorsteher Klaus Nattrodt.

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