Jugendliche zeigen sich kreativ

Kunstprojekt: Was meinst Du?

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Juliane Kutter (von links), Angela Freiberg und Sitha Reis waren die treibenden Kräfte in der künstlerischen Arbeit der Aktion.

Preungesheim (zmo) – Der Andrang zur Ausstellung im Jugendklub der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Wegscheidestraße war groß. Viele wollten sehen, was die Jugendlichen aus dem Stadtteil Preungesheim geschafft haben.

Begonnen hatte alles mit einem Halbjahreskurs, bei dem die „Kunst des Schönschreibens“ gelernt wurde. In verschiedenen Schriften wie chinesisch, arabisch und lateinisch, gestalteten Mädchen und junge Frauen unter der Anleitung der beiden Künstlerinnen Sitha Reis und Juliane Kutter sechs jeweils vier Meter lange Banner mit unterschiedlichsten Botschaften. „Die Jugendlichen hatten hier wahnsinnig viele Ideen, was auf die Banner kommen sollte. Auf jeden Fall war es wichtig, dass die Motive ausdrücken, was alle Menschen verbindet“, sagte die Illustratorin Sitha Reis, die sehr viel künstlerische Freiheit ließ.

Auf dem chinesischen Banner stand übersetzt: „Wenn du das Leben liebst, dann liebt dich das Leben zurück“. Hier hatten alle beteiligten Jugendlichen auch ihre Namen in chinesischer Sprache verewigt. Auf den anderen Bannern spielte sowohl in arabischer, als auch in deutscher Sprache, Liebe, Vertrauen, Familie und Freundschaft eine ebenso große Rolle. Für die jungen Künstlerinnen sind diese Aussagen wichtige Voraussetzungen für ein gemeinsames Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen. Zu sehen sind diese Arbeiten noch eine Weile im Jugendklub, werden aber im Sommer bei Veranstaltungen und Festen in Preungesheim auch in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Dazu gehören auch selbstgestaltete Postkarten mit Gedanken, die den jungen Menschen am Herzen liegen.

In einem weiteren Kurs sind die Teilnehmenden an das fototechnische Verfahren Cyanotypie herangeführt worden. Unter Anleitung der Künstlerinnen Julia Kutter und Sitha Reis sowie der Pädagogin Nadja Hauffe lernten sie Plakate mit ihren Wünschen, Sehnsüchten und Forderungen auf lichtempfindlichem Papier anzufertigen. Zu sehen sind die Plakate am Bauzaun des Oberstufenbaus der Carl-Mierendorff-Schule, entlang des Weges zur Haltestelle der Straßenbahnlinie 18.

Nicht nur Kunstkenner begeisterten sich für die Arbeiten, es waren auch die vielen Besucher, die während der Ausstellung bei Häppchen und Getränken viel diskutierten und sich die Arbeiten von den Künstlern erklären ließen. „Wir hoffen sehr, dass diese Aktionen auch in anderen Stadtteilen Interesse und Nachahmer finden werden“, sagte die Preungesheimer Quartiersmanagerin Angela Freiberg. Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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