Kipp-Punkte, Tanz und Stille

Projekt der Ernst-Reuter-Schule II aufgeführt

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Nach der Aufführung: Die Schüler mit Ottilie Wenzler, Hannah Dewor, Lena Tille, Deniz Altunbas und Thorsten Singer (hintere Reihe rechts).

Nordweststadt (jf) – Im einzigartigen Theater-Studio der Ernst-Reuter-Schule II herrscht gespannte Aufmerksamkeit.

Thorsten Singer, stellvertretender Schulleiter, begrüßt die Gäste zur Finissage des 1822-Schulkünstler-Projektes: „Seit 2013 gibt es diese Projekte, in die sich die Schüler freiwillig einwählen können, bei uns. Jedes Jahr wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Seit Oktober 2018 geht es um Kipp-Punkte, die sich im Laufe der Bearbeitung zum Thema Langeweile entwickelt haben. Das ist jedoch gar nicht langweilig, sondern ziemlich spannend.“ Ottilie Wenzler, Geschäftsführerin der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, verweist auf die ebenfalls anwesende ehemalige stellvertretende Schulleiterin Ingrid Burow-Hilbig, die vor sechs Jahren das Schulkünstler-Projekt initiierte: „Das Besondere an der Ernst-Reuter-Schule II ist, dass weitere Schüler bei der Finissage dabei sind und zuschauen.“

Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse und die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen unterstützen zurzeit insgesamt elf Projekte an Frankfurter Schulen. Dann beginnt die Tanzperformance. Auf der Leinwand im Hintergrund der Bühne bewegt sich eine durchsichtige Folie am Boden im Luftzug. Ein Schlagzeug gibt den Takt vor, die Kinder schreiten, kriechen, rollen über die Bühne. Aus dem Off und von der Bühne sind Geräusche zu vernehmen, die durch Berühren der verschiedenen Folien entstehen. Dann ist eine weibliche Stimme zu hören: „Ich tue gerade nichts, zähle die Punkte am Boden, bis 30. In Ruhe einen Baum anschauen. Macht man das als normaler Mensch noch?“

Schulkünstlerin Hannah Dewor, Tänzerin und Choreografin, wurde bei ihrem Projekt mit 23 Sechstklässlern, darunter elf Jungen, von Lena Tille, Anastasia Samara-Kassapi und Deniz Altunbas unterstützt. Es ist nach 2016 bereits Dewors zweites Projekt an der Ernst-Reuter-Schule II. „Alle waren bei dieser inklusiven Arbeit begeistert dabei und hatten viele Ideen. Es war mitunter schwierig, eine Struktur in die äußerst heterogene Gruppe zu bekommen“, urteilt Dewor nach der gelungenen Aufführung.

Zunächst ging es darum, den eigenen Körper in seinen Bewegungsmöglichkeiten zu erkennen. „Die Schüler konnten ihre Bewegungen relativ frei gestalten“, äußert Lena Tille. Genau das war gewollt, um die Kreativität der Schüler anzuregen. Zum Abschluss erhält die Gruppe eine Urkunde, auf der jeder Teilnehmer seinen Namen eintragen kann – eine gute Idee der Stiftungen. Und eine bleibende Erinnerung für Schule und Schüler.

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