Lebendige Partnerschaft weiterentwickeln

Nieder-Eschbacher und OB besuchen Deuil-La Barre

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Vertreter des Ortsbeirats Nieder-Eschbach und der Gemeinde Deuil-La Barre vor dem Städtepartnerschaftsbaum.

Partnerschaftliche Beziehungen mit Deuil-La Barre, einer Stadt mit gut 22. 000 Einwohnern und 15 Kilometer nordwestlich von Paris, pflegt Nieder-Eschbach seit 1967.

Nieder-Eschbach – Eine Delegation des Ortsbeirates und der Stadt um Oberbürgermeister Peter Feldmann hat die Gemeinde während seiner Reise in die französische Hauptstadtregion besucht.

„Das ausdrückliche Ziel der Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden war damals, eine Brücke zwischen den Ländern zu bauen“, erklärte Feldmann in Deuil-La Barre. Auf beiden Seiten erinnerte man sich der Legende, dass einst ein Soldat aus Nieder-Eschbach jene zerstörerische V2-Rakete gestartet haben soll, die im Zweiten Weltkrieg die mittelalterliche Kirche des Ortes in Schutt und Asche legte. Aufgrund dieses Ereignisses soll einst die Wahl auf jene besondere Partnerschaft gefallen sein, um neue Bande der Freundschaft zwischen beiden Ländern zu knüpfen.

„Es mag eine Legende sein, doch sie rührt unser Herz – und das ist die Basis für enge Verbundenheit“, sagte der OB den Repräsentanten der Stadt, allen voran Bürgermeisterin Muriel Scolan. Gemeinsam besuchten sie das Musée Michel Bourlet und den Garten der Städtepartnerschaften, in denen die jeweiligen Gemeinden Bäume gepflanzt haben, so auch Nieder-Eschbach.

Nieder-Eschbach: Partnerschaft mit Deuil-La Barre seit 1967

Es ist der einzige Stadtteil Frankfurts, der eine eigene Städtepartnerschaft unterhält. 1972 kam mit der Gebietsreform die damals eigenständige Gemeinde zu Frankfurt und brachte die offizielle Beziehung nach Deuil-La Barre als „Mitgift“ in die Ehe mit. Die Partnerschaft betreut seitdem der für Nieder-Eschbach zuständige Ortsbeirat.

Die im Stadtteil wohnende ehrenamtliche Stadträtin Renate Sterzel kümmert sich bereits seit vielen Jahren um das Verhältnis zu der französischen Kommune und gehörte – ebenso wie Mitglieder des Stadtteilparlamentes – der Besuchergruppe des Oberbürgermeisters an. „Es sind über die Jahre viele Kontakte entstanden“, sagte Sterzel. „Nicht nur auf politischer Ebene, besonders aufseiten der Bevölkerung gibt es enge Verflechtungen.“ Auch binationale Ehen seien entstanden.

Zugleich werfen große Ereignisse ihren Schatten voraus: Der ehemals selbstständige Stadtteil Frankfurts, Nieder-Eschbach, feiert bald einen großen runden Geburtstag. Ortsvorsteher Ernst Peter Müller lud die Partnergemeinde zur 1250-Jahr-Feier ein: „Wir freuen uns sehr, dann die französischen Partner bei uns wiederzusehen. Und noch eines ist klar: Es wird gewiss nicht der letzte Besuch von uns in Deuil-La Barre sein“, sagte Müller. Schön sei auch, dass es wieder einen Austausch zwischen Kindern und Jugendlichen gebe.

Nieder-Eschbach: Gemeinsamkeiten zwischen Frankreich und Deutschland

So hat die Otto-Hahn-Schule 2018 den zwischenzeitlich unterbrochenen Schüleraustausch wiederaufgenommen.

Bei der Reise stand auch ein Treffen mit Schülern des Lycée Camille Saint Saëns auf dem Programm – mit Themen wie politischem Engagement, Gemeinsamkeiten zwischen Frankreich und Deutschland und den richtigen Strategien gegen Rechtsextremismus nach dem Terroranschlag von Hanau.

„Lassen Sie uns diese lebendige Partnerschaft weiterentwickeln“, erklärte das Frankfurter Stadtoberhaupt. Das sei gerade in politisch turbulenten Zeiten wie diesen wichtig, in denen Nationalismus und fremdenfeindliche Hetze wieder erstarken. „Denn diese Partnerschaft steht für ein gemeinsames Ziel: Ein starkes Europa!“, sagte Feldmann.

(red)

Währenddessen hat Stefan Heck, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, dem Magistrat der Stadt Frankfurt einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 708. 000 Euro für Sanierungsarbeiten im Freibad Nieder-Eschbach übergeben.

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