„Geplante“ Wildnis in Bonames

Natur erleben im Nordpark

Wenn Friedel Leuthold Insekten und Schnecken zeigt, ist Spannung bei den Kindern angesagt. Foto: Mohr

Bonames (zmo) – Auch Frankfurt hat sich den beiden Städten Dessau und Hannover angeschlossen und ist der Idee erlegen, freie, naturbelassene Regionen innerhalb des Stadtgebiets zu „Wilden Klassenzimmern“ umzufunktionieren.

In der vergangenen Woche blieb es Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig vorbehalten, den neu gestalteten Bonameser Nordpark zu eröffnen.

Nachdem Frankfurt schon den Monte Scherbelino für das Bundesprogramm „Städte wagen Wildnis“ angemeldet hatte, folgte nun der Nordpark. Beide Standorte werden mit finanziellen Hilfen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert und sollen Kindern, aber auch Erwachsenen die Vielfältigkeit der Natur in ihrer ursprünglichen Form zeigen.

„Gerade jetzt, wo der Klimawandel alles beherrscht, wo immer mehr Insektenarten verschwinden und Umweltsünden zunehmen, da soll dieser Park zeigen, dass die Natur geschützt und erhalten werden muss“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig bei der Einweihung des Nordparks in Bonames.

Einen ähnlichen Anspruch hatte auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der nur wenige Minuten vom Nordpark entfernt seine Jugend verbracht hat. „Es ist wichtig, solche Flächen wie hier nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Die Stadt hat entschieden, dass der Grüngürtel wachsen soll. Und dazu gehört auch: Natur erlebbar zu machen – genau das ist hier geschehen“, sagte Feldmann.

Es hat lange gedauert, bis das einstige vermüllte und unansehnliche Gelände zu heutiger Ursprünglichkeit renaturiert werden konnte: Schon vor mehr als zehn Jahren dachten sowohl Politiker, als auch Bürger darüber nach, was aus diesem Fleckchen Natur noch alles werden könnte. Entmutigt hat das offenbar keinen, wohlwissend, dass derartige Entscheidungen nun mal nicht aus der Hüfte getroffen werden können. Denn, wie sich die Natur inmitten einer menschengemachten Umgebung entwickelt, kann niemand genau vorhersehen. Dem Projekt des (BMU) „Städte wagen Wildnis“ stellten sich mit Hannover, Frankfurt und Dessau-Roßlau drei strukturell sehr unterschiedliche Städte der Herausforderung, in ihrer Umgebung ausgewählte Flächen „verwildern“ zu lassen.

Im Nordpark von Bonames ist das offensichtlich gelungen, da sind sich alle Verantwortlichen einig. Es werden regelmäßige Führungen und Wanderungen angeboten, Schulen und Kitas lernen hier die Natur und die Lebewesen besser kennen, wobei ihnen Pädagogen und Naturschützer zur Seite stehen werden. Und es gibt eine (fast) neue Fußgängerbrücke über den sanft dahin rauschenden Nidda-Arm. Dickicht und Wald bieten gerade den Kindern ein spannendes Umfeld, aber es gibt auch Plätze für Begegnungen und Erholung. Eine Hinweistafel gibt den Besuchern entsprechende Informationen. Für die großen und kleinen Frankfurter Bürger steht damit innenstadtnah ein kleines „wildes“ Paradies zur Verfügung.

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