Lächelnd lebt sich’s leichter

Andreas Grunau über Lachyoga und Selbsterkenntnis

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Lachyogi Andreas Grunau sorgt für gute Laune und Wohlbefinden.

Preungesheim (jf) – Andreas Grunau begrüßt einen nicht mit einem donnernden, überschäumenden Lachen.

Aber sein Outfit zaubert ein Lächeln auf das Gesicht seines Gegenübers: Eine leuchtend gelbe, nicht gerade große, doch unübersehbare Blüte auf der Weste, ein Button mit der Aufschrift: „Ich bin einfach wunderbar“. Seit acht Jahren praktiziert er Lachyoga. „Das verändert einen, man bekommt einen neuen Blick aufs Leben“, sagt Grunau. Auch er brauchte anderthalb Jahre zwischen dem ersten Hörensagen und der bewussten Teilnahme an einem Kurs. „Mich beschlich bei den ersten Übungen in einem Park ein Gefühl von Peinlichkeit“, bekennt er. Doch die Erleichterung und Freude nach dem Kurs haben ihn überzeugt. Inzwischen leitet er selbst Übungsstunden: „Eigentlich ist es zunächst ein Mitmach- und Spaßprogramm mit dem Ziel, gute Laune zu bekommen.“ Es geht darum, sich selbst zu erkennen, mit anderen Kontakt aufzunehmen, mit der Natur in Einklang zu sein. „Lachyoga ist eine ganzheitliche Lebenseinstellung“, betont Grunau.

Der Arzt und Yogalehrer Madan Kataria gründete 1995 den ersten Lachclub in Indien. Drei gibt es mittlerweile in Frankfurt. Und dazu Kurse wie die von Andreas Grunau. „Es ist schön, zu erfahren, wenn Teilnehmer erschöpft und lustlos zur Stunde kommen und anschließend glücklich und beseelt nach Hause gehen“, beschreibt Grunau seine Erkenntnisse. „Bei uns ist jeden ersten Donnerstag im Monat Fasching“, spielt er auf die fünfte Jahreszeit an, „aber wir können auch ohne Alkohol das Leben feiern.“ Zwischen sieben und 14 Stammteilnehmer hat er einmal im Monat zwischen 19 und 20 Uhr im Stadtraum in der Homburger Landstraße 148, man muss sich nicht anmelden, die Teilnahme kostet nichts. Auf bequeme Kleidung und dicke Socken sollte geachtet werden.

„Eigentlich sind wir alle rational programmiert, Lachyoga spricht andere Bereiche des Gehirns an, das Spielerische, Kindliche“, erklärt er und weiß selbst: Scham muss beim ersten Lachyoga überwunden werden. Deshalb beginnen seine Kurse mit Entspannung, Augenkontakt, Berühren der Hände, Umarmungen – jeder kann selbst entscheiden, was er zulässt und was nicht.

Mit Entspannungs- und Meditationsübungen klingt der Kurs aus. Es geht nicht um Witzigkeit, sondern um Freundlichkeit sich selbst und anderen gegenüber, um Aufmerksamkeit. Grunau selbst sieht sich als Lachyogi und Bewusstheitstrainer. „Ab Mai treffen wir uns am Ami-Spielplatz im Eckenheimer Kirschenwäldchen“, sagt Grunau. Dann wird die Natur noch stärker einbezogen. Lachen funktioniert ohne Sprachkenntnisse, verbindet ganz unterschiedliche Menschen. Und es ist schließlich eine Binsenweisheit: Lachen ist gesund und steckt an.

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