Heddernheim tauscht jetzt auch Lesewerk an der Hadrianstraße

Helau: 70. Bücherschrank steht an der Kreuzung in der Römerstadt

Stefanie Mohr-Hauke (von links), Elke Balser, Uwe Hofacker, Udo Stalp, Klaus und Andrea Nattrodt bei der Eröffnung des vierten Bücherschrankes in Heddernheim an der Kreuzung In der Römerstadt/Hadrianstraße. F.: Faure

Heddernheim (jf) – Zwei Wochen vor der Straßenfastnacht kann man einen neuen Bücherschrank auch mal närrisch begrüßen: Das taten die Heddernheimer.

Einige waren zur Eröffnung des besonderen Möbels an die Kreuzung In der Römerstadt/Hadrianstraße gekommen und hatten erste Bücher für den wetterfesten und robusten Schrank mitgebracht.

Udo Stalp, Sitzungspräsident der Fidelen Nassauer, war mit Narrenkappe erschienen und trug das Gedicht „De Eigeplachte“ vom Frankfurter Mundartdichter (und Heddernheimer) „H. P. Müller“ vor, nach dem auch ein Platz und ein Brunnen in der Nähe des VGF-Betriebshofes Heddernheim benannt sind. Im ersten Vers heißt es: „Es lebt sich schee in dere Stadt, die so viel fremde Landsleut’ hat, die lewe duht un lewe lässt, die Eingeborne, wie die Gäst’.“

Im Anschluss gab es viel „Helau“ auf Frankfurt, Klaa Paris und den Bücherschrank. Ein Auge auf ihn haben nun die Paten Elke Balser und Uwe Hofacker, die sich darum kümmern, dass im Schrank nicht alles an Büchern abgeladen wird, was man nicht mehr haben möchte.

Ortsvorsteher Klaus Nattrodt erklärte, dass Frankfurts 70. Schrank gleichzeitig Heddernheims vierter ist. „Es gab keine langen Debatten darüber, nur über den genauen Platz, wo an der Kreuzung der Bücherschrank aufgestellt werden sollte, wurde ein bisschen diskutiert. Aber man war sich schnell einig.“

In Niederursel, wo eine englische Telefonzelle als Bücherschrank fungiert, war es ein harter Kampf gewesen. Viele Abstimmungen mit Verantwortlichen, mit Brandschutzregeln und möglichen Folgekosten waren da notwendig. Aber im Oktober 2013 war es geschafft. Darauf sind der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) und alle Engagierten ziemlich stolz.

„Hoffen wir, dass auch dieser Bücherschrank an der Kreuzung In der Römerstadt/Hadrianstraße gut angenommen wird. Seit 2009, als der erste Schrank am Merianplatz im Nordend aufgestellt wurde, sind diese kleinen öffentlichen Büchereien beliebt“, sagte Nattrodt. Allerdings gibt es noch ein Sonderexemplar unter den Frankfurter Bücherschränken, das im Botanischen Garten zu finden ist und deshalb auch nur zu dessen Öffnungszeiten zur Verfügung steht. Aber 70. oder 71. Bücherschrank – was macht das schon. Außerdem bekommt Heddernheim noch seinen fünften Schrank, er soll am ehemaligen Gemeindezentrum im Gerhard-Hauptmann-Ring stehen, in Absprache mit dem Denkmalschutz.

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