Deutsche Bahn informiert über Bauarbeiten im Frankfurter Norden

Großprojekt eigene Gleise für die S6

Mit schwerem Gerät arbeitet die Deutsche Bahn derzeit in der Nähe des Bahnübergangs in Berkersheim, um eine Stützwand zu errichten. Foto: Faure

Berkersheim/Frankfurter Berg/Eschersheim (jf) – Seit Dezember 2017 baut die Deutsche Bahn in der ersten Baustufe und in drei Abschnitten von Frankfurt West bis Bad Vilbel auf rund 13 Kilometern zwei neue Gleise, die auf der Strecke der S6 vorbehalten sind.

Alle Bahnsteige werden in Länge (210 Meter) und Höhe (96 Zentimeter) angepasst. Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Großprojekte Mitte DB Netz, und Julian Fassing, Technischer Projektleiter DB Netz, erläuterten nun im Verkehrsausschuss die Entwicklung der Bauarbeiten: So werden in der ersten Stufe neben den beiden neuen Gleisen acht Eisenbahn-, Straßen-, Geh- und Radwegüberführungen und Schallschutzwände auf einer Länge von rund 19 Kilometern neu gebaut. 17 Eisenbahn- und Straßenüberführungen und fünf Stationen werden angepasst.

Neu entsteht der Haltepunkt Ginnheim. Vier Bahnübergänge werden beseitigt. „Der Ausbau bringt eine Verkürzung der Fahrzeit um fünf Minuten, einen einheitlichen 15-Minuten-Takt, mehr Kapazität, mehr Komfort und neue Lebensräume für Flora und Fauna durch die Rekultivierung von Altarmen der Nidda“, sagte Fassing. Darüber hinaus erhält Berkersheim eine neue Reithalle. Die DB unterstützt außerdem die Berkersheimer Kerb.

Insgesamt elf Schritte sind zwischen Harheim und dem Frankfurter Berg vorgesehen, darunter die Ertüchtigung der Harheimer Brücke, der Bau von Stützwänden und eines Fußgängerstegs am Frankfurter Berg. Der Einschnitt Frankfurter Berg wurde bereits abgeschlossen, gegenwärtig gibt es Bauarbeiten am Bahnhof.

„Im nächsten Jahr wird die Unterführung am Frankfurter Berg zugeschüttet und ein provisorischer, leider in dieser Phase noch nicht barrierefreier Übergang errichtet“, sagte Fassing. Geplant sei ebenfalls ein barrierefreier Übergang in Berkersheim noch während der Bauzeit.

Die Projektleitung sei bemüht, Fahrten durch die Ortschaften zu reduzieren. Bislang komme man mit den An- und Abfahrten gut zurecht. Dennoch gibt es Beschwerden der Bürger.

„Als wir die 15.000 Tonnen Kies zur Stabilisierung des Bahndamms Berkersheim eingebracht haben, konnten wir nur durch den Ort. Künftig werden wir die neue Baustraße, die jetzt fertig ist, nutzen“, erklärte Fassing. Die Baustelle wurde so entzerrt, dass von den ursprünglich geplanten 200 Fahrten pro Tag 65 Fahrten übrig geblieben sind, ein Drittel davon führten immer noch auf vier Zufahrten durch die schmale Berkersheimer Bahnstraße.

Bezüglich der Omega-Brücke am Frankfurter Berg steht eine Entscheidung noch aus, diese Arbeit betrifft auch Hessen Mobil. Die Buslinie 25 vom und zum Bahnhof Berkersheim werde nicht eingestellt, sondern während der Bauarbeiten an der Niddabrücke umgeleitet, beantwortete Verkehrsdezernent Klaus Oesterling die Frage einer Bürgerin. Eine Anwohnerin der Berkersheimer Bahnstraße beklagte sich über die zusätzliche Verengung der ohnehin schmalen Straße, zudem werde Tempo zehn nicht eingehalten.

Mark Nordbruch fragte nach den Ausführungsplänen für Eschersheim. Fassing äußerte, dass es aufgrund von nicht zeitgerechten Besitzanweisungen zu Verzögerungen gekommen sei. Voraussichtlich ist 2022 mit der Inbetriebnahme des ersten Gleises zu rechnen. Die drei Baustufen seien mit unterschiedlicher Fertigstellung geplant.

Die S6 wird wohl noch einige Jahre den Beteiligten und Betroffenen Kopfzerbrechen bereiten. Umso wichtiger ist eine gute und regelmäßige Information der Bürger über die Bauarbeiten.

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