„Musik nach Auschwitz“ im Hörsaal des Max-Planck-Instituts

Gedenken an die Holocaust-Opfer

Die Musikerinnen nach dem Konzert: Dana Barak (links) und Roglit Ishay im Max-Planck-Institut. Foto: Mohr

Riedberg (zmo) – Eigentlich hätte das Konzert der israelischen Musikerinnen Roglit Ishay und Dana Barak in dem neuen Gebäude des „Centre for Dialogue at Campus Riedberg“ (CfD) stattfinden sollen.

Aber das Interesse an der Veranstaltung war schon im Vorfeld sehr groß und so entschieden sich die Verantwortlichen für den nur wenige hundert Meter entfernten Hörsaal des Max-Planck-Instituts. „Nicht nur eine geeignete Alternative, sondern es steht dort auch ein Flügel für die Pianistin bereit und wir haben mehr Platz für die Besucher, das hat die Entscheidung erleichtert“, sagte Dominiek Lootens, Referent für Naturwissenschaft und Theologie des CfD und Organisator des Konzerts „Musik nach Auschwitz“ am vergangenen Dienstag.

Das CfD versteht seine Arbeit als einen Dienst an der Gesellschaft, an ihren Fragen und an den Motiven ihrer Handlungen. Dialog wird auf verschiedenen Ebenen angeregt und gefördert. Selbstreflexion und Austausch stehen dabei im Mittelpunkt, sodass sich für alle Beteiligten Horizonte eröffnen können. Deshalb legt das CfD besonders viel Wert auf Begegnung zwischen Menschen ohne Mauern und stellt dafür geeignete Räume zur Verfügung. Unterstützung erfährt das Centre von einem Kuratorium, dem namhafte Vertreter der Frankfurter Professorenschaft und der katholischen Kirche angehören.

Das Konzert „Musik nach Auschwitz“ fand in der Woche des Gedenkens an die Opfer des Holocaust im Hörsaal für Biophysik statt. Das Interesse war groß und es mussten zusätzliche Sitzgelegenheiten bereitgestellt werden. Joachim Valentin vom Haus am Dom begrüßte die Zuschauer und bedauerte, dass dieses Konzert keine normale Unterhaltung sei, sondern „es soll in erster Linie an die schlimmen Ereignisse vor 75 Jahren erinnern. Vertreibung, Erniedrigungen und Massenmord. Gräueltaten, die jenseits der Vorstellungskraft liegen“, sagte er in seiner Ansprache.

Die Klarinettistin Dana Barak, in zahlreichen internationalen Konzertsälen aufgetreten, mit vielen Preise ausgezeichnet, wurde oft als Solistin von Dirigenten wie Zubin Meta, Kurt Masur, oder Gustavo Dudamel engagiert. Eine ähnliche Karriere gelang auch der Pianistin Roglit Ishay, die sowohl bei der Dresdner Staatskapelle als auch der Dresdner Philharmonie gastiert und seit 2011 Professorin für Klavierkammermusik in Freiburg ist. Beide haben schon oft zusammengespielt.

Mit ihrem Konzert erinnerten sie an die Komponisten wie Leo Smit, Viktor Ullmann Pavel Haas und viele andere, die in Konzentrationslagern wie Auschwitz, Sobibor und Theresienstadt gebracht wurden, dort misshandelt, erniedrigt oder ermordet wurden. Nur wenige von ihnen haben diese Zeit überlebt. An diesem bedeutenden Tag des Erinnerns, soll ihnen durch das Konzert die Ehre zuteilwerden, die ihnen so lange verwehrt wurde. Mit Klarinette und Klavier gelang es den Musikerinnen unterschiedlichste Kompositionen mit sehr viel Gefühl vorzutragen. Dabei vergaßen sie nicht über die schrecklichen Schicksale der Komponisten zu sprechen. Ein Konzert zum Nachdenken.

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