38 Module installiert

Fotovoltaik: Turner in Heddernheim sparen fünf Tonnen CO2 pro Jahr ein

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Markus Schmid und die Turnerschaft Heddernheim engagieren sich für den Klimaschutz.

Heddernheim (red) – Anfang 2016 erhielt Markus Schmid ein Angebot der Mainova für eine Fotovoltaik-Pachtanlage. Für den ersten Vorsitzenden der „Turnerschaft 1860 Heddernheim“ klang das fast zu gut, um wahr zu sein.

Das Angebot umfasste die kostenfreie Installation auf dem Dach der Turnhalle sowie die Wartung. Der Pachtbetrag lag geringfügig unter der monatlichen Stromgebühr. Der Verein hatte damit die Chance, mit eigens produzierter umweltfreundlicher Energie einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und gleichzeitig etwas Strom und Geld einzusparen. Die Mainova hatte mit diesem Projekt erstmalig die Möglichkeit, eine Fotovoltaik-Pachtanlage auf einem Dach einer Sporthalle im Stadtgebiet zu installieren. Die Turnerschaft entschied sich für das Pachtmodel und Schmid resümiert: „Wir sind sehr zufrieden damit. Wir wurden sehr gut beraten und alles funktioniert so, wie es vorausgesagt wurde.“

Anfangs war Schmid allerdings auch etwas skeptisch: „Hintergrund war, dass das Modell keinerlei Investitionskosten vorsah und sogar noch eine Energieeinsparung voraussagte. Da habe ich zunächst den Haken gesucht, aber keinen gefunden – bis heute nicht.“ Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen hat er alles genau geprüft und diskutiert. Schließlich hat sich der Verein dafür entschieden, die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Turnhalle zu installieren. Die Mainova hatte sich im Vorfeld den Verbrauch angesehen und auf dieser Basis den Verein bei der Entscheidung hinsichtlich der Größe der Anlage beraten. Die Empfehlung lautete, dass ein möglichst großer Anteil des damit produzierten Stroms auch selbst verbraucht wird.

Für die Turnerschaft Heddernheim bedeutete das: Es wurden 38 Fotovoltaik-Module installiert, die eine Fläche von 70 Quadratmetern abdecken. Der damit erzeugte Strom wird zu 77 Prozent selbst verbraucht – hauptsächlich für Licht und Lüftungsanlage sowie den Sportbetrieb. 23 Prozent werden ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Gemessen am jährlichen Gesamtstromverbrauch macht der produzierte Solarstrom mit 9000 Kilowattstunden einen Anteil von 29 Prozent aus. 71 Prozent müssen zugekauft werden.

Der monatliche Pachtpreis beläuft sich auf 170 Euro und ist damit geringfügig weniger als das, was der Verein vorher an Stromkosten gezahlt hat. Außerdem sind damit Installation und Wartung der Anlage abgedeckt.

Nach 20 Jahren geht die installierte Anlage in den Besitz der Turnerschaft über. Um die Anlage weiterhin zu betreiben, wird dann lediglich eine Betreiberpauschale fällig, die allerdings wesentlich geringer als die monatliche Pachtgebühr ist. Die Einsparung an Stromkosten beträgt aktuell rund 360 Euro pro Jahr und steigt ab 2035 auf etwa 2000 Euro pro Jahr an. Der Gewinn aus der Einspeisung beträgt um die 20 Euro pro Monat. „Momentan sparen wir etwas Strom ein und machen ein wenig Gewinn mit der Anlage. Verlust droht nur, wenn der Strom extrem billig wird. Das ist jedoch nicht zu erwarten. Nach 20 Jahren werden die Einsparungen beträchtlich sein“, sagt Schmid.

Obgleich die Pachtanlage sich für die Turnerschaft auch finanziell lohnt, war von Anfang klar: „Uns geht es vor allem um den Klimaschutz, weniger um das eingesparte Geld. Mit unserer Fotovoltaikanlage sparen wir fünf Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Das ist ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz, den wir als Verein leisten können. Wenn wir die Möglichkeiten dafür haben, dann fühle ich mich verpflichtet, so etwas zu machen“, fasst Schmid das Engagement zusammen. Die eingesparte Menge an Kohlendioxid entspricht dem Verbrauch eines Mittelklassewagens mit einem Benzinverbrauch von 8,3 Litern auf einer Distanz von 23.000 Kilometern. Das sind rund 40 Fahrten von Frankfurt nach Berlin.

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