Von der stationären Betreuung in die Selbstständigkeit

Edwards Kaserne wurde bezogen

Andrea Vogt-Wißmeier, Wohnbereichsleitung der PW (von links), Andreas Schadt, Geschäftsführer der PW, und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld bei der Besichtigung. Foto: Mohr

Frankfurter Berg (zmo) – Nachdem in den vergangenen Wochen die ersten Bewohner der Praunheimer Werkstätten (PW) ihre Wohnungen in der Bolongarostrasse in Höchst bezogen, fanden nun weitere 15 Personen am Frankfurter Berg in der ehemaligen Edwards Kaserne ein neues Zuhause.

Mit der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wechselten Bewohner mit unterschiedlichen Behinderungen aus der stationären Wohnanlage in Niederursel in ihre neuen Unterkünfte in der Sonnentaustraße. Unter dem Motto „Wohnen wie ich will“ werden sie damit zu Mietern und können nun ihr eigenständiges, selbstbestimmtes Leben führen.

„Wie auch in der Bolongarostraße, finden die Bewohner hier eine intakte Infrastruktur vor. Besonders für Menschen mit Rollstuhl ist der Stadtteil weitgehend barrierefreier als in anderen Teilen der Stadt. Bushaltestellen, Fachärzte und Apotheken sind gut mit Rollator oder Rollstuhl zu erreichen“, sagte Stadträtin Daniela Birkenfeld bei der Besichtigung der Wohnungen. Zahlreiche Veranstaltungen, die vom Vereinsring des Stadtteils organisiert werden, laden zum Wohlfühlen und Kennenlernen im Stadtteil ein. Offene Begegnungsstätten geben Gelegenheit zum interkulturellen Austausch und bieten zahlreiche freizeitliche Angebote an. Wenige Busminuten entfernt befindet sich im Frankfurter Grüngürtel der „Alte Flugplatz“ und das Gelände an der Nidda war schon immer ein Platz zur Erholung.

„Natürlich war den Bewohnern wichtig, dass sie bei der Ausstattung und den Gestaltungen der Wohnungen mitbestimmen konnten. Einige wollen in Wohngemeinschaften leben, andere Personen zogen es vor, lieber allein zu wohnen. Für alle stehen Gemeinschaftsräume zur Verfügung und eine Rundum-Betreuung ist jederzeit präsent“, erläuterte Andreas Schadt, Geschäftsführer der PW, der auch hinzufügte, dass man bei der PW künftig die bisherigen Leistungen trennen werde: „Wir arbeiten intensiv mit Wohnungsbaugesellschaften zusammen, die eine Versorgung von Wohnraum für behinderte Menschen ermöglichen, während die PW Betreuungs-Module anbietet um die tägliche Alltagsassistenz, die Pflege und Freizeitgestaltung gemäß den fachlichen und gesetzlichen Vorgaben zu garantieren.“

Die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), die von der Stadt Frankfurt und der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSMF) 1995 gegründet wurde, hatte die Aufgabe, die Entwicklung von ehemals militärisch genutzten Liegenschaften für zivile Zwecke (Konversionen) umzusetzen. Die KEG trat dabei als Trägerin auf. Aufgrund dieser Konstellationen konnten zügig neue Wohngebiete mit unterschiedlichsten und behindertengerechten Wohntypen geschaffen werden. Eingebunden waren dabei mehrere Wohnungsbauinvestoren. Die KEG sorgte für die Errichtung von Infrastruktureinrichtungen und ermöglichte die Realisierung sozialer Projekte an verschiedenen Standorten in Frankfurt.

Das Leitmotiv der PW, die von der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung 1928 gegründet wurde, gilt auch heute noch: Für alle Menschen mit Behinderungen soll es in Frankfurt die richtige Hilfe und Unterstützung geben. Niemand soll aus Frankfurt wegziehen müssen, nur weil sie oder er wegen der Behinderung Hilfe braucht.

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