Sonderausstellung „Zwei Häuser eines Herrn“ im Archäologischen Museum

Zwei Seiten eines Glaubens

Honorarkonsul Imrich Donath (links) und leitender Direktor Wolfgang David beim gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung. Foto: p

Altstadt (red) – Die Einladungen waren bereits versandt, die Eröffnungsveranstaltung des Archäologischen Museums organisiert, als von den Behörden die Covid-19 bedingte Schließung angeordnet wurde.

Sieben Wochen harrte die Sonderausstellung „Zwei Häuser eines Herrn – Kirchen und Synagogen um die Jahrtausendwende in der Slowakei“ ihrer Besucher. Nun können im Querschiff der ehemaligen Karmeliterkirche die Fotografien von Lubo und Monika Stacho bewundert werden.

Imrich Donath, Initiator der Ausstellung und Honorarkonsul der Slowakei, hat sie bereits besichtigt und ist sehr erfreut über die gelungene Präsentation im Archäologischen Museum. „Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“, wie Fritz Bauer immer wieder betonte. In diesem Sinne betrachtet Imrich Donath diese Präsentation: „Sie erinnert uns auch an die Kostbarkeiten, die verloren gegangen sind. Wir – die zweite und die dritte Generation – haben die Verantwortung, die Erinnerung wach zu halten. Bitte zu bedenken, dass das Wort ‚Verantwortung’ auch das Wort ‚Antwort’ beinhaltet. Wir sollen Antworten geben auch auf die Fragen, die noch nicht gestellt wurden.“

Die Form des Diptychons – zweiteilige aufklappbare Gemälde – lässt die Motive unmittelbar miteinander ins Gespräch treten. Sie repräsentieren zwei Seiten eines Glaubens an einen gemeinsamen Gott: Auf der einen Seite die christliche, die ihren Gläubigen meist ungebrochen ein repräsentatives Haus bieten durfte. Auf der andren Seite die jüdische, gebrochen, vernichtet, untergegangen, die Gotteshäuser zweckentfremdet und auch missbraucht. Zugleich sind die Diptychen eine Mahnung zur Anerkennung und Vergegenwärtigung der Gemeinsamkeiten, des Glaubens an einen Gott, der die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam vereint.

Das geplante Rahmenprogramm muss aufgrund der aktuellen Lage und Verordnungen vorerst ruhen, wird aber wieder aufgenommen, sobald dies möglich ist.

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