242 Gramm Rauschgift verschickt

Zollfahnder schnappen Dealer

Eine Tüte mit der Droge „3-MMC“. Foto: Zoll Frankfurt/p

Frankfurt (red) – Eine von spanischen Zollbehörden entdeckte Postsendung mit 242 Gramm Rauschgift hat zur Identifizierung eines mutmaßlichen Dealers in Deutschland geführt: Frankfurter Zollfahnder durchsuchten am 1.

Oktober die Wohnung des mutmaßlichen Empfängers, ein 43-Jähriger aus Ludwigshafen/Rhein. Die Ermittler stellten hier weitere etwa 500 Gramm der synthetischen Droge „3-MMC“ (Drei-Methylmethcathinon) sowie Verpackungsmaterialien, eine Feinwaage und 28. 410 Euro Bargeld sicher.

Der Beschuldigte wurde nach seiner Vernehmung auf freiem Fuß belassen. Es erwartet ihn ein Strafverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Einfuhr nicht geringer Mengen Betäubungsmittel sowie des illegalen gewinnbringenden Handeltreibens mit Betäubungsmitteln.

„Bei ,3-MMC’ handelt es sich um eine synthetische Droge, die vom Zoll eher selten sichergestellt wird. Sie unterliegt seit 2015 dem Betäubungsmittelgesetz und wird auch als Designerdroge bezeichnet“, sagt Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt.

„3-MMC“ gehört innerhalb der Gruppe der Amphetamine zu den Cathinon-Derivaten. Es wird hauptsächlich als „Mephedron-Ersatz“ vermarktet und über Onlineshops vertrieben. Üblicherweise wird „3-MMC“ als kristallines Pulver verkauft und nasal oder oral konsumiert. Gehandelt wird es zum Preis von etwa 15 bis 20 Euro je Gramm. Von der Wirkung her ist „3-MMC“ mit Mephedron vergleichbar: euphorisierend, empathogen, sexuell anregend und stimulierend. Konsumentenberichten zufolge kann sich die Körpertemperatur unangenehm verändern, von Kälteempfinden bis hin zu hoher Körpertemperatur. Weitere Nebenwirkungen sind: Herzrasen, Zähneknirschen, erhöhte Kieferspannung, Augenzittern, Muskelzucken, Schwindel und Schlaflosigkeit.

Bei nasalem Konsum kann es zu Nasenbluten, Anschwellen der Nasenschleimhaut und Brennen in Nase und Rachen kommen.

Das Kurzzeitgedächtnis kann beeinträchtigt werden. Psychische Nachwirkungen wie Trunkenheitsgefühl, Müdigkeit und Ähnliches können vor allem bei hoher Dosierung noch mehrere Tage nach dem Konsum auftreten. Wie bei anderen ähnlichen Cathinonen auch ist das Craving (die Gier nach der Substanz, „Nachlegedrang“) sehr stark ausgeprägt und es gibt eine recht hohe Suchtgefahr, die deutlich höher als bei anderen Empathogenen wie MDMA oder Methylon ausgeprägt ist.

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