Jahresempfang der IHK Frankfurt

Wohnen ist Thema der Stunde für Wirtschaft

Beim IHK-Jahresempfang 2020 (von links): OB Peter Feldmann, Volker Bouffier, Ulrich Caspar und Michael Voigtländer. Foto: p

Frankfurt (red) – Fachkräftegewinnung und Wohnungsbau sind untrennbar miteinander verbunden. „Wohnen ist das Thema der Stunde für die Wirtschaft“, sagte Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, zur Eröffnung des IHK-Jahresempfangs.

„Wir dürfen uns freuen: Wir haben sowohl in der Stadt Frankfurt als auch in den attraktiven Landkreisen weiterhin Einwohner- und Beschäftigtenzuwächse. Diesen Zuzug begrüßen wir, denn unsere Unternehmen suchen dringend Fachkräfte. Der angespannte Wohnungsmarkt belastet die Unternehmen aber bei ihrer Stellenbesetzung: Bewerber finden oft keinen günstigen Wohnraum vor Ort. “.

Im Bezirk der IHK Frankfurt sei weiter mit steigenden Immobilienpreisen zu rechnen. Denn zwischen 2016 und 2018 wurde in Frankfurt nur 79 Prozent dessen gebaut, was rein rechnerisch pro Jahr nötig wäre. „Ohne eine Erhöhung des Angebots auf dem Wohnungsmarkt lässt sich die Preisspirale nicht bremsen. Dafür werden mehr Wohnungen benötigt und für diese brauchen wir Bauland. Wir appellieren daher an die Politiker im IHK-Bezirk und in der Metropolregion, sich stärker für die Ausweisung von Bauland und die Schaffung von mehr Baurecht in ihrer Kommune einzusetzen. Unternehmen und ihre Mitarbeiter sind darauf angewiesen und von ihrem Wohlergehen hängt unser Wohlstand ab“, betonte Caspar.

„Die Bürger Hessens brauchen bezahlbaren Wohnraum in akzeptabler Entfernung zu Arbeitsplätzen und Freizeitangeboten. Mit dem ,Großen Frankfurter Bogen’ haben wir in der Rhein-Main-Region ein Konzept vorgelegt, mit dem wir preiswerten Wohnraum schaffen wollen, indem wir Wohnen und Mobilität zusammen denken“, betonte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier beim Jahresempfang der IHK Frankfurt. Für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, zähle zu den Kernaufgaben der Hessischen Landesregierung.

„Wir nehmen das Thema ernst. Noch nie hat es in Hessen mehr Geld für sozialen Wohnungsbau gegeben: Bis 2024 stehen 2,2 Milliarden Euro bereit“, unterstrich Bouffier. Besonders günstige Wohnungen baue die landeseigene Nassauische Heimstätte. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft vergrößert ihren Bestand von jetzt 60.000 Wohnungen auf perspektivisch 75.000 Wohnungen. Die ersten 5000 sind bereits konkret projektiert oder sogar schon im Bau.

OB Feldmann lobte die gemeinsame Forderung von Stadt und IHK nach neuen Wohngebieten und bezahlbarem Wohnraum angesichts steigender Beschäftigungszahlen und stetigem Bevölkerungszuzug. „Aufgrund der immer knapper werdenden Wohn- als auch Gewerbeflächen gilt es, neue Flächennutzungskonzepte zu entwickeln und eigene Neubaugebiete auszuweisen. Frankfurt wird größer und jünger. Dieser Entwicklung müssen wir Rechnung tragen. Mit Bildungs- und Kulturangeboten, Lösungen für Mobilität und Angeboten für Pendler, die die Stadt zur Millionenstadt machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare