„Wir sind eins“ in der Paulskirche

Stauffenbergschule erhält zweiten Schulpreis

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Berufsschüler der Stauffenbergschule belegen den ersten Platz des Schulpreises.

Altstadt (jf) – In der Paulskirche saßen an diesem Vormittag Kinder und Jugendliche. „Das ist ungewöhnlich und großartig“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber zur Begrüßung und verwies außerdem darauf, dass genau an diesem Tag Anne Frank 90 Jahre alt geworden wäre.

Doch das Mädchen, Autorin des weltberühmten Tagebuchs, kam bereits 1945 mit 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen um. Das Motto „Wir sind eins“ für den zweiten Frankfurter Schulpreis ist der Titel eines Songs von Moses Pelham, Schirmherr des Preises und ebenfalls anwesend. Beim Schulpreis geht es um Zusammenhalt und Gemeinschaft gegen Ausgrenzung. „Die Jury hatte es schwer, die besten Ideen herauszufinden“, sagte Weber. Dem Gremium gehören Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Ute Sauer, Leiterin des Stadtschulamtes, Uta George, Amt für multikulturelle Angelegenheiten, Stefanie Philipp, Staatliches Schulamt, Eckhard Gathof, Vorsitzender des Stadtelternbeirats, und Paul Harder, Stadtschulsprecher, an.

Moderatorin Hadija Haruna-Oelker kam noch einmal auf den Liedtext zu sprechen, in dem es heißt: „Dass wir etwas in uns tragen, das erst in Krisen erwacht und, die keinen Schimmer haben von unsrer Widerstandskraft“. Starke Worte. Die sechs Finalisten haben sich erfolgreich mit dem Thema Diskriminierung und Ausgrenzung auseinandergesetzt und Wege gefunden, dem entgegenzutreten.

Auf dem vierten Platz landeten gleich drei Schulen: Die IGS Kalbach-Riedberg gibt eine Schülerzeitung heraus, die auch im Stadtteil für 50 Cent verkauft wird, und die gerade die dritte Ausgabe vorbereitet. Die Ludwig-Börne-Schule übernimmt Patenschaften für neue Schüler, besuchte und beschenkte Senioren in einem Heim und ist „mit allen Sinnen in Frankfurt“ unterwegs. Die Mädchen und Jungen der Brüder-Grimm-Schule hatten sich für den Schulpreis extra bunte T-Shirts mit der Aufschrift „Wir sind eins“ auf der Vorderseite und „Nein zu Rassismus“ auf der Rückseite angezogen – sie organisierten einen Flashmob und machten so auf das Thema aufmerksam.

Die Jury hat zwar keinen dritten Platz, dafür aber zwei zweite Plätze gekürt. Einen zweiten Rang belegte die IGS West. Meron Mendel hielt die Laudatio und würdigte das Engagement der Schüler, die für eine Mitarbeiterin, deren Wohnung von einem Brandanschlag betroffen war, ein Foto-Erinnerungsbuch zusammenstellten.

Ebenfalls auf Platz zwei kam die Engelbert-Humperdinck-Schule. „Mithilfe von Giraffe und Wolf lernen die Kinder gewaltfreie Kommunikation“, lobte Stefanie Philipp. Die beiden Schulen freuten sich über je 4000 Euro. Den mit 7000 Euro dotierten ersten Platz belegte die Stauffenbergschule, eine berufliche Bildungseinrichtung. Eine Klasse brachte unter dem Titel „Wir sind eins – auch mit Depression“ ein Theaterstück auf die Bühne, das sich mit dem Thema Depression beschäftigt. „Dieses Stück macht betroffen und gibt zugleich Hoffnung“, bemerkte Laudatorin Ute Sauer. Nach der Auszeichnung richtete eine Schülerin das Wort an die Lehrer und bedankte sich, auch als Mensch mit Handicap an dieser Schule lernen zu dürfen. Für die emotionalen Worte gab es Applaus. Baby Shoo und Nea performten zum Schluss „Make a Change“.

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