Bürgermeister Becker und Baudezernent Schneider zeigen Kirchenbaustellen

Verantwortung für historisches Erbe

Baudezernent Jan Schneider (von links), Kirchendezernent Uwe Becker, Bruder Paulus Terwitte aus dem Liebfrauenkloster und Christiane Hammel in der Liebfrauenkirche. Foto: Salome Roessler/lensandlight/p

Innenstadt (red) – Zum Unterhalt der acht Innenstadtkirchen hat sich die Stadt bereits im Dotationsvertrag von 1830 verpflichtet. In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Summen in Sanierungsmaßnahmen investiert.

Jetzt wurden wesentliche Arbeiten in der Liebfrauenkirche, in St. Leonhard und am Dom beendet beziehungsweise stehen kurz vor dem Abschluss. „Die Kirchen sind ein bedeutender Teil der Tradition unserer Stadt. Jede ist einzigartig und prägt Frankfurts Stadtbild“, sagte Kirchendezernent Uwe Becker bei einem Rundgang durch die Innenstadtkirchen. „Wir nehmen unsere Verantwortung wahr und pflegen dieses Erbe. “ Baudezernent Jan Schneider betonte, dass denkmalgeschützte Gebäude wie Kirchen im Amt für Bau und Immobilien einen besonderen Stellenwert hätten: „Wir haben erfahrene Experten, die wissen, wie man sorgfältig mit historischer Bausubstanz umgeht. “.

Bereits abgeschlossen ist die Innenrenovierung der Liebfrauenkirche. Seit 2017 wurden in zwei Bauabschnitten der Altarraum umgestaltet, Decken restauriert, Beichtstühle modernisiert sowie Beleuchtung und Elektrik erneuert. Außerdem wurde ein Notdach aus der Nachkriegszeit durch ein Glasdach und im klassizistischen Vorbau des Südportals die Betonverglasung von 1968 durch eine Tür nach historischem Vorbild ersetzt. Während der Arbeiten kamen überraschend Mosaike aus der Zeit des Wiederaufbaus in den 50er-Jahren mit Darstellung des Leidensweges Christi zum Vorschein. Diese sind nun gereinigt der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die renovierte Kirche am 16. Juni eingeweiht. Seitdem werden noch kleinere Restarbeiten erledigt. Die Sanierung kostete 1,9 Millionen Euro.

Die seit 2011 laufende aufwendige Innenrenovierung der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kirche St. Leonhard steht kurz vor dem Abschluss. Wegen archäologischer Grabungen, die herausragende Ergebnisse brachten, hatte sich das Projekt erheblich verzögert. So wurden die im 15. Jahrhundert entstandene lebensgroße Steinfigur eines Pultträgers und Grabplatten unterschiedlicher Epochen gefunden.

Nach Abschluss der Grabungen wurde das Fußbodenniveau des 16. Jahrhunderts wiederhergestellt und dadurch die gotischen Basen der Pfeiler und Wandsockel freigelegt. Risse in Putz und Wänden wurden beseitigt, die Farbfassung des frühen 16. Jahrhunderts wurde wiederhergestellt. Sämtliche Natursteinteile, die historischen Malereien an Wänden und Gewölbe, die mittelalterlichen Glasfenster im Chor sowie sämtliche Ausstattungsgegenstände wurden restauriert. Der neue Altar ist nach einem künstlerischen Entwurf entstanden. Erneuert wurden Heizung, Elektrik und Beleuchtung. Die aus den 50er-Jahren stammende Orgel wurde zerlegt und nach einer technischen Überarbeitung wieder aufgebaut. Nach der feierlichen Einweihung am 18. August sind noch einige Restarbeiten zu erledigen. Ab dem 8. September wird die Kirche vorerst donnerstags bis sonntags für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Gesamtkosten liegen wohl bei rund 11,5 Millionen Euro. Noch ausstehend ist die statische Ertüchtigung der nördlichen Vorhalle.

Am Dom St. Bartholomäus werden Dach und Fassaden in drei Abschnitten saniert. Derzeit läuft der zweite, die Sanierung des Langhauses. Es werden die Dächer in altdeutscher Schieferdeckung erneuert, die Holzschalung aus den 50er-Jahren teilweise ausgetauscht und der Dachstuhl verstärkt. Die Natursteinfassade wird restauriert, der Putz erneuert, die aus der Zeit des Wiederaufbaus stammende Verglasung erneuert. Die Fertigstellung ist für Oktober vorgesehen. Die Kosten liegen bei rund 9,7 Millionen Euro und damit um rund eine Million Euro unter dem bewilligten Budget. Als letzter Abschnitt schließt sich die Sanierung des südlichen Querhauses an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare