Bockenheim jetzt nachhaltiger

Unverpackt-Laden eröffnet: Betreiberinnen verzichten auf Plastik

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Hygieneartikel und Bücher stehen bereit.

Bockenheim (jdr) – Weil jeder Deutsche laut Statistik pro Jahr 618 Kilo Abfall produziert und Deutschland mit 11,7 Millionen Tonnen so viel Plastik wie kein anderes Land in Europa verbraucht, handeln Jenny Fuhrmann, Franziska Geese und Christine Müller: Die drei wollen etwas für die Nachhaltigkeit tun und weniger Müll produzieren.

Franziska Geese und Jenny Fuhrmann verkaufen nun plastikfrei.

Deshalb haben sie vergangenen Donnerstag in der Adalbertstraße in Bockenheim einen Laden eröffnet, in dem Lebensmittel und Hygieneartikel ohne Plastikverpackungen verkauft werden. „Weil Plastik die Umwelt krass zerstört, müssen wir handeln. Deshalb fangen wir hier und jetzt damit an, indem wir darauf in unserem Laden verzichten“, sagt Jenny Fuhrmann. Denn: Acht Millionen Tonnen Plastik gelangten jährlich in die Ozeane. Um das zu verhindern, wollen Fuhrmann, Müller und Geese ihren Beitrag für die Umwelt leisten. Anstelle von Plastikverpackungen werden Lebensmittel zu den drei jungen Frauen in 25-Kilo-Säcken aus Papier geliefert oder in Pfandeimern, die der Lieferant immer wieder verwendet.

Auch Snacks wie Kerne oder Schokofrüchte werden angeboten.

Die Kunden können sich dann eigene Frischeboxen oder Gläser mitbringen, die vor Ort befüllt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Einmachgläser zu leihen – ein Euro pro Stück. In dem ehemaligen Designbüro stehen nun Weckgläser mit Hülsenfrüchten und Nudeln, Süßigkeiten, Nüssen und auch Schokocrossies oder gewürzten Mandeln, Tee und Kaffee bereit. „Wir haben zu jedem Produkt auch eine regionale Alternative da“, erklärt Jenny Fuhrmann. So gibt es etwa Basmatireis aus Indien und Dinkelreis aus Hessen. Außerdem gibt es Zutaten für selbst hergestelltes Waschmittel, wie Natron oder Soda.

Lebensmittel wie Linsen, Reis oder Quinoa können Öko-Fans in der Adalbertstraße jetzt ohne Plastikpackungen kaufen. Genutzt werden mitgebrachte Frischeboxen oder Pfandgläser.

90 Prozent der zu verkaufenden Artikel sind vegan. Es werden Hygieneartikel wie Zahnbürsten aus Bambus oder Shampoo-Stücke, Bienenwachstücher, auch Teelichter ohne Alu und sogar Kondome aus Naturkautschuk angeboten. „Wir möchten, dass die Leute Spaß am Ausprobieren der plastikfreien Alternativen entwickeln“, sagt Fuhrmann. Die 28-Jährige will die Menschen weg von pessimistischen Haltungen, hin zu „Nachhaltigkeit macht Spaß“ bringen: „Wir zeigen, dass Nachhaltigkeit und Upcycling tolle Sachen sind, die Freude machen.“

So günstig wie im Supermarkt sind die Produkte im Unverpackt-Laden dafür nicht: „Sie sind vergleichbar mit denen im Bioladen“, sagt Fuhrmann. Im März eröffnet ein zugehöriges Café. Dort wollen die Betreiberinnen auch Workshops zum Thema Nachhaltigkeit anbieten.

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